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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Grand Trianon

12. KAP.

Abb. 425-^s^y-yy^.

Grand

Trianon,

Grundplan

Stich vonPerelle

zurückstehen, ihr wollte er auch ein Schlößchen als Morgengabe darbringen. Kurz, Man-sart erhielt den Auftrag, das Porzellanschlößchen niederzureißen und ein anderes, einMarmorschlößchen, an seine Stelle zu setzen, natürlich mit allergrößter Windeseile.56 Bildhauer machten sich sogleich an das Werk, um den Skulpturenschmuck herzu-stellen. Trianon sollte ein bequemes Gartenhaus werden; es war einstöckig, die Dach-galerie mit Vasen und Statuen geschmückt. Man trat überall aus dem Schloß direkt in denGarten. Das Neue dieser Anlage war eine gewisse, scheinbar zufällige Unregelmäßigkeitdes Grundrisses (Abb. 425). Man schien es ein wenig überdrüssig geworden zu sein, die ganzstreng axiale Anordnung zu befolgen. Wie in Clagny tritt man über zwei halbrundeGräben in einen Binnenhof, der aber hier durch zwei Flügel gebildet wird. Er trennt dielanggestreckte Hauptfassade in drei Teile; das ganze Mittelstück, das sich an den Hof an-schließt, bildet eine offene Säulenhalle, die Ludwig im Sommer als Eßsaal diente und dieden Blick unmittelbar in den Garten öffnet, der sich hier mit seinen Terrassenparterres,Bosketts und Brunnenabschluß axial entfaltet. Mansart hatte bei diesem Schloß augen-scheinlich den gelösten Pavillonbau nicht wiederholen wollen, andererseits hatte sichder König daran gewöhnt, in seinen Sommerresidenzen allein zu wohnen, so wurde dennein Gastflügel zwar abseits erbaut, mit dem Hauptbau aber durch eine Galerie verbun-den. Dieser Bau, der sich im rechten Winkel an das Schloß anschließt, ist einseitig, umnach der Kanalseite den Blick frei zu lassen, denn von hier aus war der zweite, begün-stigte Ausgang zum Garten, von dort stieg man auf Rampentreppen, die ein halbrundesBassin umschlossen, zur zweiten Gartenterrasse empor, während die Hänge, wie wohlschon im alten Trianon, mit duftenden Blumenrabatten übersät waren. Überhaupt war