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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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9. KAP.

Garten des Luxembourg

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dingungen in diesem Garten entfaltet, scheint noch dasselbe zu sein, wie es Evelyn mitsolcher Freude schildert:Nichts fehlt, um Palast und Gärten vollkommen schön zumachen, und es ist nicht das geringste unter den Vergnügungen, die Menge von vor-nehmen Bürgern und Fremden zu sehen, die ihn besuchen und denen der Eintritt ganzfrei steht. So kann man in einigen Wegen und Verstecken Galants mit ihren Damensehen, in andern melancholische Mönche, in andern eifrig Studierende, in andern lustigeBürger, einige liegen oder sitzen auf dem Grase, andere laufen, springen, einige spielenBoccia oder Ball, andere tanzen und singen, und alles dies ohne die geringste Störung,da der Ort so groß ist." Wer hat je an einem Sonntag den Park besucht und dies Bildnicht in allen einzelnen Zügen wiedergefunden! Aber in der Zeit Evelyns war der Gartenden fröhlichen Parisern nicht so sicher zugänglich wie heute, denner ist manchmal

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LW

Abb. 340

Le ]ardin du

Luxembourg,

Paris, großesParterre

_m StichSS? von Perelle

öffentlich, manchmal nicht", schreibt schon 1650 Sauval in seinen Antiquitäten vonParis. Gar nicht zu sprechen von dem blutigen Anblick, den ihm die Revolution gab,als sie den Luxembourg zum Gefängnis verwandelte.

Die Eifersucht und Rivalität, die Maria Medici und ihren großen Widersacher, denKardinal Richelieu, bis zum Tode bewegte, spornte beide auch zum friedlichen Wettstreitin der Anlage ihrer Gärten. Nur ein Garten durfte sich damals mit dem des Luxembourgmessen, diesen hatte sich Richelieu neben seinem Landhause in Ruel angelegt. DasHaus war nicht groß, um so größer das umfriedete Gebiet seines Gartens, das ebenfallsin den heckenumschlossenen Quadraten des Parkes Kornfelder, Wiesen, ja Weinbergeenthielt; daneben waren Bosketts von immergrünen Bäumen und Alleen, derenSchnitt Evelyn auf das höchste bewundert 67 . Als point de vue der Alleen warenschöne Fontänen angebracht, eine zierte ein Basilisk, der sein Wasser 60 Fuß hochwarf und sich dabei so schnell drehte, daß man unweigerlich naß wurde, wenn manin der Nähe war. Von hier kam man zu dem Zitronengarten, an dessen Mauern der