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Garten des Luxembourg
9. KA P.
der Mitte schmückte ursprünglich ein Triton, der einen Fisch zusammendrückte, sodaß seinem Maul ein starker Wasserstrahl entströmte. Aus den komplizierten Parterre-mustern (Abb. 334) —für den Luxembourg hatBoyceau ja eine Reihe seiner schönstenZeichnungen entworfen — wurden damals die Blumen mehr und mehr verbannt. Evelyn,der den Garten im Jahre 1644 sieht und nicht genug betonen kann, welch ein außerordent-liches Vergnügen ihm dieser „liebliche Aufenthalt" gegeben hat 66 , hebt besonders hervor,daß das Parterre ganz in Buchs ausgelegt sei, was vom Schlosse aus eine prächtige Wir-kung gemacht habe. Die Blumen, die hier verbannt waren, wurden in einem besonderengemauerten Teil gepflegt, in einem Gärtlein, „für das der Herzog manch tausendPistolen ausgibt". Eine weitere, durch die Zufälligkeit der Grenzen des Gartens, dieeine starke Seitenausdehnung der Bosketts notwendig machte, bedingte Ähnlichkeit
Abb. 339 p*ggg^Le ]ardin duLuxembourg,Paris, 1652
Stich vonI. Gomboust
mit Giardino Boboli benutzte Maria Medici zur Anlage einer großen Querallee, dierechtwinklig zur Hauptachse verläuft; an ihrem Endpunkte hat ihr wohl etwas wie derIsolotto vorgeschwebt. Es wurde dort ein großer Fischweiher, wie Evelyn sagt, ausge-graben, der aber auch zu seiner Zeit 1644 noch nicht fertig geworden war. In seiner Nähelag ein medizinischer Garten und ein Schneereservoir, während die andern Bosketts mitihren Hecken manchmal Wiesen, ja Felder umschlossen. In dem kleineren östlichenParkteil bewundert Evelyn besonders eine sternförmige Boskettanlage mit einemBrunnen als Zentrum. Auch der heute größte Schmuck dieses Teiles, die Fontaine deMedicis, hatte ursprünglich einen andern Platz am Ende der an der Fassade vorüber-führenden Querallee und war statt der heutigen Brunnengruppe: Polyphem, der Acis undGalathea belauscht, mit einer Nymphe geschmückt. Den Platz am Kopfende des kanal-artigen Bassins hat der Brunnen erst im XIX. Jahrhundert erhalten (Abb. 341), nachdemder Garten nach einer Reihe wechselnder Schicksale seine letzte Gestalt unter dem zweitenKaiserreiche erhalten hat. Nur das Leben, das sich heute unter so ganz anderen Be-