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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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9. KAP.

Montargis

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italienischen Aufenthalt her geneigt. Sie berief DuCerceau zu sich, damit er ihr Schloßumbaue und die Gärten anlege. Und in seltsam phantastischer, für die gegebene Lagegenialer Weise hat sich Du Cerceau dieser Aufgabe entledigt. Er legte die Gärten in zweikonzentrischen Terrassen um die halbkreisförmigen Schloßmauern, die trotz der steilenHöhe von einem wasserreichen Graben umgeben waren. Auf der ersten halbrundenTerrasse lag der Ziergarten, in zwei Beetreihen angelegt, die in der Mitte mit Buchs-ornamenten und Blumen, nach den Seiten mit Bosketts bestanden sind, die von Zeitzu Zeit durch Laubengänge aus Lattenwerk (Abb. 329), Berceaux, unterbrochen werden.Der starke Niveauunterschied dieser durch sehr hohe Stützmauern gehaltenen Terrasse

Abb. 328

Montargis,

Gesamtansicht

Stich vonDu Cerceau

ist durch kleine Querterrassen ausgeglichen. An zwei Stellen führen geneigte Wege zu derzweiten Terrasse, sie sind mit prächtigen hölzernen Pavillons und gewölbten Gängen ein-gefaßt, an denen der Schreiner sein Meisterstück geleistet hat. Diese zweite Terrasseenthält die Gemüse- und Obstgärten, die in strahlenförmig angeordneten Alleen undtrapezförmigen Beeten in völliger Regelmäßigkeit den Fuß des Hügels umlagern.

Von etwas zu schematischer Symmetrie war der große Garten, den sich KatharinaMedici bei dem königlichen Lustschloß bei Paris, den Tuilerien, anlegen ließ. Katharinahatte sich das Schloß von Philibert de l'Orme erbauen lassen, den Garten aber ringsummit einer Mauer umgeben, so daß er zum Schlosse, von dem ihn außer dieser Mauer nocheine Straße trennte, in keine wirkliche Beziehung treten konnte, trotzdem er axial aufdieses gerichtet war 42 (Abb. 330). Die völlige Ebene des Terrains und die sehr geringe Ver-wendung des Wassers machen diesen Garten in seiner ersten Anlage sehr uninteressant;