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Chenonceau
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buhlerin zwang, ihr dies Schloß abzutreten. Wenig gibt leider der Plan Du Cerceaus fürdie Lage der Gärten, in deren Schilderungen er so beredt ist. Da aber Chenonceau heuteeines der wenigen französischen Schlösser ist, die wenigstens teilweise ihre Renaissance-gärten wiederhergestellt haben, so können wir daraus ersehen, daß auch hier kein Ge-samtplan Schloß und Gärten zusammenschmilzt. Die Parterres, die am Flusse, zur Seiteeines trapezförmigen Wirtschaftshofes, der nie ganz vollendet wurde, lagen, sind über-all von Kanälen umflossen, die sie vom Schlosse einerseits und vom Parke andererseitstrennen. Du Cerceau erwähnt jenseits des Flusses noch einen anderen großen Garten, deraber vollständig verschwunden ist. Das heutige große Parterre ist von einer erhöhten Ter-rasse rings umschlossen, die vielleicht von Pergolen oder Galerien umgeben war, obwohlnach seiner Wiederherstellung im XIX. Jahrhundert jede architektonische Umgebungfehlt, die die Gärten j ener Zeit meist zeigen. Hier befand sich nach Du Cerceau in der Mitteeine Wasserkunst, die durch Überraschung wirkte: ein kleiner Kiesel mit einem Loch in
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Abb. 324Valleri, Haupt-parterre
fS Stich vonJa Du Cerceau
der Mitte, das durch einen Holzpfropfen verschlossen war, war die unscheinbare Verklei-dung eines Wasserstrahles, der zu 6 m Höhe emporsprang, wenn man den Pfropfen ent-fernte, was DuCerceau ,,une belle et plaisante invention" nennt. Auf der andern Seite, da,wo heute auch ein ähnliches hübsches, vertieftes Parterre liegt, das mit seinen buchsum-säumten Blumenbeeten einen lieblichen Anblick gewährt, schildert Du Cerceau einen Brun-nen, der aus einem Felsen kommt — wir müssen an einen künstlichen denken, da die Lageganz eben ist — der in mehreren Strahlen in ein großes Bassin fließt. Ein Blumenparterreliegt davor, von einer Terrasse umgeben, die ein zierliches Lattenwerk abschließt, wäh-rend die Futtermauer, wie in dem andern, mit Nischen, Statuen und Säulen verziert ist.Von der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts an ist aber solch eine Sondergestal-tung des Gartens abseits vom Hause ohne besondere Not schon eine Ausnahme und auchbei Chenonceau nur durch den kapriziösen Grundgedanken seiner Lage bestimmt.Frankreich kam zwar später als Italien zu dieser sicheren Behandlung des Gartengrund-risses, aber seine Bedeutung besteht darin, daß es auf selbständigen, immer mehr vonItalien unabhängigen Wegen dazu gelangt ist. Eines der schönsten Schlösser seiner Zeitnennt DuCerceau das Schloß Anet (Abb. 325), das der berühmteste französische Bau-meister seiner Tage, Philibert de l'Orme, auf das Geheiß Heinrichs IL auch für Diana de