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Valleri — Chambord
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er von einer Säulenhalle umgeben, die an der einen Schmalseite zwei Eckpavillons flan-kieren, die, mit aller Bequemlichkeit eingerichtet, auch zum Wohnen dienen konnten(Abb. 324). Die Beete sind in der uns bekannten Weise eingeteilt, je vier von einer nie-deren Einfassung umgeben. Ringsum läuft eine etwas erhöhte Terrasse, die eine hübscheÜbersicht über den Garten gestattet. Die ganze Mitte in der Längsachse nimmt ein breiter,an den Enden abgerundeter Kanal ein, der nach der vierten Seite des Gartens durch einenunterirdischen Abfluß in den großen, das Areal des ganzen Gartens weit übertreffendenWeiher mündet. Steht man auf der Terrasse dieser Seite, so überblickt man den Weiherauf der einen, den ganzen Ziergarten auf der andern Seite, und sieht über das Dach derGalerie die Baumwipfel des Obstgartens ragen, der dahinter liegt und von drei breitenKanälen der Länge nach durchschnitten ist. Der Du Cerceausche Hauptplan zeigt nochein drittes Gartenstück, das ringsum von schmalen Kanälen umflossen ist. Jeder dieserGärten ist für sich von Mauern umgeben, die keine unmittelbare Verbindung miteinander
Abb. 322
Dampierre,
Gesamtansicht
Stich vonDu Cerceau
jm-
haben, obgleich sie axial aufeinander gerichtet und durch erhöhte Wege auch in gewisseBeziehung zueinander gesetzt sind.
In der letzten Zeit von Franz' I. Regierung wuchs mit der Baulust des Herrschers undder Großen seines Reiches auch die Phantasie der Baumeister ins Ungewöhnliche, manscheute vor keiner Aufgabe zurück: Inmitten eines großen Waldes, auf sumpfigem Ge-biet, erbaute sich Franz als Jagdschloß sein gewaltiges, türmereiches Chambord 32 . Erumgab es mit Bastionen und Gräben; der Plan ging sogar dahin, ein mächtiges Wasser-schloß zu schaffen, dadurch, daß man einen Arm der Loire ableiten wollte. Die Gärtenhaben zwar nach Du Cerceau niemals der Pracht des Baues entsprochen, dafür war derPark, den der König mit einer Mauer einfrieden ließ, für jene Zeit von unerhörter Größe;das Gebiet, das 1523 abgesteckt wurde, war 5500 ha groß 33 .
Ein Gegenstück zu diesem stolzen Jagdschloß war ein anderes, viel kleineres Rendez-vous de chasse, das sich Franz im Bois de Boulogne erbaute. Der Name „Madrid", den dasSchlößchen bis zu seiner Zerstörung während der Revolution trug, hatte zu allerleiAnekdoten Anlaß gegeben 34 , gewiß war es eine Erinnerung an Spanien, an des KönigsGefangenschaft daselbst. Und aus Spanien brachte er höchstwahrscheinlich den Ge-
2 Gothein, Gartenkunst II