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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Damfierre

9. KAP.

können. Das früheste unter ihnen, Dampierre 30 (Abb. 322), bei Boissy an der Seine ge-legen, gehörte dem Kardinal von Lothringen, der es einem Bankier abkaufte. Es liegt in-mitten eines Waldtales ohne Aussicht, was Du Cerceau ihm als Fehler anrechnet. Demkleinen, einen quadratischen Hof umschließenden Herrenhause ist das Parterre vorge-lagert, das in ein stumpfes Dreieck ausläuft und rings von Galerien mit Ecktürmen ein-geschlossen ist. Schloß und Parterre ist von einem breiten, ausgemauerten Kanal um-schlossen. Jenseits dieses, in ganzer Breite von Haus und Parterre, liegt ein zweiter großer,viereckiger Garten, wieder noch für sich von einem schmalen Kanal umgeben und in regel-

et. 321

Bury,

Gesamtansicht

Stich vonDu Cerceau

mäßige gemusterte Beete geteilt. Vier Brücken führen, den Hauptwegen entsprechend,herüber, während der Kanal des Schlosses auffallenderweise gar nicht überbrückt ist.Ein dritter und vierter Kanal trennen, von Alleen umsäumt, diesen Gartenkomplex vondem großen, von regelmäßigen Alleen durchzogenen Baumpark. Auf der anderen Seitedes Schlosses liegt, ähnlich wie in dem Entwurf Leonardos angeordnet, ein sehr großerWeiher, wohl außer für Fischzucht auch als Naumachie gedacht.

Diese Vorliebe für die Anlage eines großen Wasserstückes, das dem Garten Weite undein bedeutsames Gegengewicht schafft, zeigt auch der Garten des Schlosses von Valleri 31(Abb. 323). Das Gebäude selbst bewahrte seine mittelalterlich befestigte Lage auf derHöhe eines steilen Hügels, der auf drei Seiten im Norden von einem baumreichen, vonAlleen durchzogenen Parke umgeben ist. Der Garten liegt nach Süden am Fuße des Hügels,vom Hause so gelöst, daß er sich nur der eigenen Architektur unterwirft. An drei Seiten ist