9. KAP.
Bury
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In a angolo stia laguardia della stalla
Ein reizendes kleines Schlößchen, das zuerst den Gedanken durchzuführen sucht,Haus und Garten als Einheit zu begreifen, ist Bury 28 (Abb. 321). Wenige Meilen vonBlois entfernt, ist es heute nur noch eine Ruine. Florimont Robertet, der geschickte Diplo-mat Franz' I., der mit seinem königlichen Herrn in Bauleidenschaft wetteiferte, erbautesich das Schlößchen von dem Gelde, das Franz ihm als Belohnung für einen günstigenVertrag mit der Republik Venedig geschenkt hatte. Erbrachte sich aus Italien die künst-lerische Anregung, vielleicht auch dieBaumeister, mit. Das Ganze bildet einnahezu regelmäßiges Viereck; aberauch hier wurde ringsum ein breiterGraben geführt, und das mittelalter-liche Aussehen wird durch siebenEcktürme und zwei Tortürme zu bei-den Seiten der Zugbrücke festge-halten. Das Tor führt in den Courd'honneur, der wahrscheinlich mitRasen ausgelegt war, in der Mittestand ein seitdem verschollener bron-zener David Michelangelos, den Ro-bertet von der Republik Florenz alsGeschenk erhalten hatte 29 . Ein zwei-ter Wirtschaftshof liegt neben diesemSäulenhof. Diesen beiden Höfen ent-sprechen zwei durch einen Gang vonLattenwerk getrennte Gärten. Vonder Schloßfassade führen runde Ram-pentreppen in das Parterre, dessenacht Beete bei Du Cerceau in überausreichen geometrischen Mustern aus-gelegt sind. In der Mitte steht einzweischaliger Brunnen in achtecki-gem Bassin, und am Ende, der Treppegegenüber, liegt eine kleine Kapelle,wie in Amboise über die Mauer hin-ausgebaut. Sie ist wie ein Gartenhausdem Plane des Gartens eingefügt,ähnlich wie in dem nahen Blois. Auchdie Ecktürme scheinen als Gartenhäuser benutzt worden zu sein. Der zweite Garten,dem Wirtschaftshof entsprechend, ist mehr ein Baum- und Gemüsegarten, ringsum voneiner schönen, luftigen Pergola umgeben, die die Mauer der Terrasse krönt.
Diese Einheit und Kleinheit der Gesamtanlage von Bury läßt kompliziertere Problemeder Gartenentfaltung noch nicht aufkommen. Eine Reihe von Schlössern, die alle um dieMitte des XVI. Jahrhunderts erbaut wurden und die zur Zeit, als Du Cerceau seine Sticheausführte, zum Teil noch nicht fertig waren, steigen nun schnell zu einer Vollendungdes Typus, den wir am besten den Kanalgarten der französischen Renaissance nennen
^466. 320
Schloßentwurf
Zeichnungvon Leonardoda Vinci