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Schlösser des Herzogs von Alba
8. KAP.
schrifttafeln und antiken Reliefs bedeckt, die heckenumsäumten Beete schmücktenschöne Brunnen, ein kühles Bad, die Grotte der Susanna, vervollständigt das Bildeines Gartens in einem Stile, der auch hier wieder nur den Schmuck der Renaissanceentlehnt 25 . In Nacheiferung der Medici hatte der Herzog in seinem Hause eine Artvon Akademie gegründet, wo Künstler und Gelehrte immer willkommen waren.
Aber die Herzöge von Alcalä waren nicht die einzigen, die ihre Häuser zu einemMittelpunkte der Kunst machten, auch der Herzog von Alba ließ sich Antiken aus Italienkommen, um sein Haus und Garten in Alba de Tormes damit zu schmücken. In einemanderen Besitztum des Herzogs, Lagunilla genannt, nicht fern von Plasenzia, hat sichvom Garten noch manches erhalten. Das Schloß liegt am Abhänge der Sierra de Bajarin reizender Lage; ein Ziergarten in zwei Terrassen liegt davor, die Futtermauer istdurch Nischen belegt, seitliche Treppen führen von der balustradengeschmücktenoberen Terrasse herab. Der mit dichten Bäumen bepflanzte Park ist ganz von dem Flüß-chen Ambros umflossen, in seiner Mitte steht ein achteckiges, einst mit Spiegeln ge-schmücktes Gartenhaus, zu dessen Seiten je ein Brunnen liegt. Im Jahre 1555 beriefder Herzog den Bildhauer Francesco Camilani, um Garten und Park mit seinenStatuen zu schmücken 26 . Wenn wir der dunklen eisernen Gestalt des Feldherrn Phi-lipps II. in ihren Schlössern begegnen, so gewinnt auch sie wie ihr Gebieter freund-lichere Züge. Ein anderes Schloß des Herzogs ist durch Lope de Vegas Verse unsterblichgemacht. Schloß und Garten von Abadia, an der Grenze von Estremadura gelegen, warenauch von einem Bergflüßchen, dem Serracinos, umflossen: das zinnengekrönte Schlöß-chen spiegelt sich auf einer Seite in den Fluten des Flusses; der Garten ist nicht groß,aber in der Sprache des Dichters ein Paradies. Er ist in Quadrate geteilt und die Gängemit Orangen besetzt, die der strenge Winter Kastiliens nicht dulden würde — sie wurdendamals eben in Spanien eingeführt. Zuerst empfängt den Dichter ein Parterre mitMyrten eingefaßt, in denen Blumen gepflanzt sind, weiter erfreuen ihn in den Boskettsbesonders die Brunnen. In einem der Quadrate hat Alba einen Parnaß, auf dem Tierezwischen Wasser und Bäumen zum Gipfel steigen, den ein Pegasus krönt, dem Garcilasodela Vega, dem früh gefallenen Helden und Dichter, dem er jung befreundet gewesen war,als Denkmal gesetzt 27 . Diesem gegenüber sind in einem von Myrten künstlich gebilde-ten Kreise antike Marmorbüsten aufgestellt — ein damals sehr beliebtes Gartenmotiv.In einem Bassin sieht Lope in der Mitte eine von Meergöttern getragene Barke, die vonNeptun geführt wird, auf deren Deck außer einer Venus auch ein von vier Meergötterngestützter Felsen aufragt. In der Mitte des Gartens erhebt sich zwischen den Boskettsdie Hauptfontäne des Gartens, die Alba sich selbst als Denkmal bestimmt hat, miteiner Fülle von Statuen und Reliefs verziert, die teils Albas Taten, teils Allegorien dar-stellen. Der Fluß durchschneidet den Garten; auf seiner anderen Seite schließen diesenvier Tore ab, die wieder mit Brunnen, Statuen und kleinen Gartenhäusern, teils inGroteskenarbeit, versehen sind; in den Mauern sind Reliefs und Inschriften ange-bracht. Auch bedeckte Alleen und Bosketts mit kunstreich verschnittenen Figurenfehlen nicht 28 . Es ist dieses die ausgeführteste Gartenschilderung jener Zeit, die dievielen verstreuten Nachrichten über andere Gärten zu einem, wenn auch dichterischverschönten, Bilde zusammenfaßt.
Trotzdem aber wollen die spanischen Gärten schwer für uns ein lebendiges Gesichterhalten. Und nicht nur, weil an dem wirklich Vorhandenen das XVII. und XVIII. Jahr-