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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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8. KAP.

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Aranjuez unter Philipp II. Sevilla, Haus des Pilatus

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den heutigen Jardin de la Isla, den Gärten hinzuzufügen. Erst in den achtziger Jahrenbaute Herrera die Brücke über den Tajo, und damals wurde auch der Garten angelegt.Die Töchter berichten dem König nach Portugal, wie schön der Inselgarten geworden sei.Der König kann sich anfangs gar nicht erinnern, von welcher Insel die Rede ist, bis ihmeinfällt, daß man ja eben die neue Tajobrücke dorthin erbaut habe 21 . Alle diese Gärtensind im XVII. und XVIII. Jahrhundert sehr stark umgestaltet; am stärksten bewahrtnoch die Eigenart Philipps das südliche Parterre, der Jardin de las Estatuas, den erebenso wie seinen Madrider Garten mit Statuen schmückte, auch hier wurden Kaiser-büsten aufgestellt. Philipp IV. setzte dann dorthin das Standbild seines Vaters. KönigPhilipps II. Zeit aber gehört ein großer Teil der Alleen, die, bis in das XIX. Jahr-hundert vermehrt, von allen Besuchern auf das höchste bewundert werden. Philipp ILführte, wie schon erwähnt, zuerst die Ulme in Spanien ein und hat diesen Baum, derdie meisten der häufig mehrreihigen Alleen bildet, mit großem Glücke angepflanzt.Wahrscheinlich sind damals diekleinen Kanäle den Bäumen ent-lang geleitet worden, deren Be-wässerung man mit Recht dieenorme Höhe der Bäume zu-schrieb 22 . Im Inselgarten wirdeine dieser Alleen von mächtigenPlatanen gebildet, sie führt denNamen Salon de los Reyes cato-licos (Abb. 293) und könnte aufeine noch ältere Anlage zurück-gehen. Die schönste unter ihnen,deren Anfang und Ende man vonder Mitte aus nicht absehen kann,

Calle de la Reina genannt, ist sicher von Philipp angepflanzt; denn als Velasquezdie Ulmen malte, hatten sie schon eine beträchtliche Höhe erreicht 23 .

Des Königs Bautätigkeit und sein Interesse an der Kunst erweckte auch bei denGranden seines Hofes und Landes Interesse und Sammeleifer. Sie lernten bald vonItalien, daß ihre Häuser und Gärten erst durch den Schmuck von antiken und modernenStatuen ihre schönste Weihe erhielten. Italien mußte jetzt manchen seiner Schätze anspanische Kunstfreunde und Mäzene abgeben. Einen bedeutenden Namen unter ihnenerwarb sich der erste Herzog von Alcalä; als Vizekönig von Neapel hatte er die besteGelegenheit, sich Altertümer zu verschaffen, denen man damals in Italien, besondersim Rom Pius' V., schon nicht mehr überall mit der ersten Renaissancebegeisterungnachtrachtete. Die Riberas, das Geschlecht des Herzogs, besaßen in Sevilla ein Haus,das noch ganz im Mudejarstil vor einer Generation erbaut war, heute das Pilatushausgenannt. Noch jetzt schmücken den doppelten Säulenhof die vier prächtigen antikenGöttinnen, die dieser spanische Mäzen im XVI. Jahrhundert hier aufgestellt hatte. Inder Höhe sind 24 Kaiserbüsten angebracht, und in der Mitte des gepflasterten Hofes,der mit Topfpflanzen aller Art geziert war, steht der noch heute ganz erhaltene Janus-brunnen 24 . Hinten, an eine Seite des Hauses, lehnte sich der Garten, von zwei Seiten vonGebäuden, an den beiden andern von hohen Mauern umgeben. Die Mauern waren mit In-

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Abb. 293A ranjuez,Jardin de laIsla, Calle delos Reyescatölicos

m Phot.