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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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8. KAP.

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8. KAP.

Madrid, Casa del Campo San Jeronimo

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die Gärten von Lissabon und läßt sich Pläne von ihnen zeichnen. Die erste süße Orange,die man ihm in Portugal verehrt, sendet er seinen Töchtern und ist ungeduldig zu hören,wie sie ihnen schmecken wird 14 . Die verschiedenen Gärten daheim und die Sorge umsie spielen in diesen Briefen eine große Rolle.

Schon im Jahre 1558 hatte der König ein großes Waldgebiet jenseits des Manza-nares, seiner Residenz gegenüber, angekauft und es als Wildpark mit Fischteichen,Fasanerien, Volieren und Zwingern für wilde Tiere anlegen lassen. Hier hatte er einkleines J agdhaus, Casa del Campo (Abb. 291) genannt, mit einem Ziergarten erbauen lassen.1582 ist dieser Garten sehr vernachlässigt. Mit Bedauern schreibt er darüber an seineKinder, er wolle aber Sorge tragen, daß ein neuer Gärtner ihn bald wieder zu seinerfrüheren Schönheit herstellen solle 15 . Auch hier hatte Philipp die vier Ecken des Par-terres mit Statuen geschmückt, die Mitte betonte ein prächtiger Schalenbrunnen mitvielen Skulpturen. Später wurde dann das Standbild seines Sohnes Philipps III. dort

Abb. 291

Casa del Campo,

Madrid, Garten

Stich

von Meunier

aufgestellt. Die besonders schönen schattigen Bäume, die man im XVII. Jahrhundertbewunderte ie , sind auch schon durch Philipp gepflanzt worden.

Aber auch im Osten der Stadt Madrid hatte der König einen Garten geschaffen.Dort lag auf einem Hügel das schon erwähnte königliche Absteigequartier im KlosterSan Jeronimo. Philipp ließ es durch seinen Baumeister Toledo sehr erweitern, je 30 Zim-mer für den König und ebenso viele für die Königin legten sich östlich um den Chorder gotischen Kirche des alten Klosters. Eine Nachricht erzählt, Philipp habe dem Bau-meister befohlen, die ganze Anlage mit Galerien, Türmen, Gräben und Lustgärtennach dem Muster des englischen Landhauses, das er mit Maria von England zusammenbewohnt habe, zu machen 17 . Vor unsern Augen ziehen Winchester, Hampton Court,Richmond vorüber. Leider aber sind diese Gärten des Klosterlandhauses Philipps ILbald und ohne weitere Spur untergegangen, und kein Bild hält diese interessante Nach-richt fest; doch gibt auch sie einen kleinen, pietätvoll menschlichen Zug inein Verhältnis, wie die Ehe mit Englands blutiger Marie. Von seinem Hügelschaute das alte Retiro de San Jeronimo herab auf das Pratum, einst wohl das W'iesen-landgut, das zu dem Kloster gehörte. Seit lange aber war es schon zu einem öffentlichen

25 Gothein, Gartenkunst I