8. KAP.
Escorial
383
und zieht sich in gleicher Breite auch im Süden an dem Hause entlang. Es war ein gro-ßes in Buchs und Blumenbeeten ausgelegtes Parterre, das alte Besucher mit den hän-genden Gärten verglichen; die herrliche Aussicht auf das Gebirge war immer das Schön-ste an diesen Gärten. Die Mauer, die diese Terrasse abgrenzte, umgaben am Fuße wohlursprünglich nur Gemüse- und Küchengärten, wenigstens hören wir von weiteren An-lagen in älteren Schilderungen niemals etwas. Der untere Park mit seinem anmutigenLustschloß, der Casa de Abajo, gehört erst dem XVIII. Jahrhundert an. Ursprünglichwaren die Gärten reich mit Brunnen und Statuen geziert, die ebenso auch den Schmuck
Abb. 290aEscorial, Patiode losEvangelistas
Nach Schubert
der vielen Innenhöfe ausmachten. Man zählte 76 Brunnen und 73 Statuen, die der König,dessen Kunstliebe zuerst die reichen Kunstschätze der italienischen Renaissance nachSpanien überführte, hier aufgestellt hatte. Unter den Höfen ist der größte, nicht nur imEscorial, sondern überhaupt der größte Kreuzgang der Welt, der Patio de los Evangelistas(Abb. 290 a). In der Mitte steht ein achteckiges Tempelchen mit vier quadratischen Bassinsan den Ecken, über denen die Statuen der vier Evangelisten stehen, ihre Attribute speisendie Bassins mit Wasser. Ringsum ist das heckenumsäumte Parterre, heute in Buchs inden Arabeskenmustern des XVIII. Jahrhunderts ausgelegt, ursprünglich werden geo-metrisch gestaltete Beete mit Blumen ein leuchtenderes Bild gegeben haben. In diesemAsyl, das dem innersten Wesen des Monarchen angepaßt war, weilte er gerne, je