7. KAP.
Rom, Villa Borghese
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sich nur von ihm sagen, daß eine Kolossalbüste des Kaisers Justinian darin stand, alsdessen Nachkommen die Familie sich gerne ansah. Diese neuen Teile sind erst im Be-ginne des XIX. Jahrhunderts von Camillo Borghese erworben worden 183 . Schlimmer aberist das XVIII. Jahrhundert verfahren, in dem der alte Park von Marc Antonio Borghesezu einem englischen Parke mit starken klassizistischen Neigungen umgestaltet wurde. Da-mals ist der giardino del Lago, der Hippodrom, der Umbau der kleineren Gebäude zudem mittelalterlichen Kastell, Tempel usw. entstanden und der Umbau des Kasinos vor-genommen worden. In ihren Grundzügen erhalten blieben nur die beiden Gärten vorund hinter dem Kasino. Was auch davon zerstört ist und immer mehr untergeht, fälltmehr der Vernachlässigung als einer bewußten Neuerungssucht zur Last.
Der alte Garten aber, wie ihn der Kardinal angelegt hatte, war rings von doppel-ten Mauern umgeben, die mit Pyramiden und Lusthäuschen und Türmen so geziert
Abb. 259Villa Borghese,Rom,Vogelschau
Stich vonSimon Feiice
waren, daß er dem von ferne Kommenden „wie eine kleine Stadt für sich erschien." 184Der Garten selbst war in drei gesonderte Gebiete, von denen jedes mit Mauern undeisernen Toren umgeben war, eingeteilt. Der Haupteingang (i), „ein Büchsenschuß vonPorta Pinciana" 186 , führte in den ersten Garten vor dem Kasino (Abb. 259), doch nichtauf dieses zu, sondern zunächst auf eine Querallee, die in einem Felsgrottenbrunnen (7)endet. Später erst wurde hierher die schöne Flußpferdfontäne gesetzt (Abb. 260). DieHauptallee auf das Kasino kreuzt diese Eingangsallee in der Mitte. Wir sehen schonhieraus, daß auf den Gesamteindruck eines architektonischen Bildes in diesem Gartenganz verzichtet ist, und zwar ist das Kasino mit einer gewissen Absichtlichkeit so gestellt,daß es erst im Garten selbst erblickt werden kann. Dieser Vorgarten ist ganz eben und invöllig regelmäßige quadratische Bosketts eingeteilt, die jedenfalls sehr frühe mit ver-schiedenen Bäumen bepflanzt waren. Übereinstimmend werden die Pinien, Zypressen,Myrten und Lorbeeren gepriesen, die die einzelnen heckenumsäumten Gebüsche bil-deten. Zu beiden Seiten der Hauptallee stehen auf runden Plätzen die einfachen aberschönen Schalenfontänen, einst mit Hecken um die runden Sitze und einer Fülle von