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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Rom, Villa Borghese

7. KAP.

verwischt und verwahrlost, daß ein Gesamteindruck, da ihn kein Stich unterstützt,nicht zu gewinnen ist 179 . Dagegen haben sich die Terrassen zu beiden Seiten des vorde-ren Flügels erhalten. Sie liegen in der Höhe des ersten Stockes wie in Villa Montalto undruhen als hängende Gärten auf Portikus, die die Innenhöfe umschließen. Man hat hierwohl immer wie auch heute niedere Blumenbeete gezogen und Orangenbäume aufge-stellt. Ebenso ist als Blumengarten in heckenumsäumten Beeten ein schön erhaltenergiardino secreto zur Seite der Villa noch vorhanden: ein achteckiges Bassin, von gleich-gestalteten Hecken und Bänken umgeben, eine Pergola, den Hauptweg überschattend,heute mit Glyzinen berankt, machen das Bild heimisch und anmutig. Auch in dieserVilla durchziehen das ganze Podere die Alleen, meist mit Eichen bepflanzt, die zum Teilnoch ihre verbindenden Hecken sich erhalten haben und den Besucher von den Eingangs-toren zum Palazzo begleiten. Beide Besitztümer wurden unter den Borghesi durchAlleen und Bosketts miteinander verbunden, so daß sie vereint wohl den größten Land-sitz jener Zeit bildeten. Das war aber ganz der Sinnesart dieses Geschlechtes entspre-chend, das in erster Linie durch Größe und Macht imponieren wollte. Denn die Tätig-keit hier in Frascati war doch nur ein Ausläufer ihrer römischen Werke.

Unter Papst Paul V. hat Rom eigentlich den Stempel seines Aussehens, wie es ihnbis 1870 bewahrt hat, erhalten. Zuerst wurde von Paul V. die letzte und größte Wasser-leitung nach Rom geleitet, und die Aqua Paola ist, wie es in einer zeitgenössischen Bio-graphie des Papstes heißt,nicht mehr ein Spiel der Röhren, sie bricht hervor wie einStrom" 180 . Auf der Höhe des Janiculus stürzen die vier Wasserarme, fünfmal so starkals Aqua Feiice, aus der Erde. Rom war von nun an wieder die wasserreichste Großstadtder Welt. Es verstand sich nun ganz von selbst, daß die Villa, die sich der Nepot Pauls V.in Rom erbaute, die größte unter allen werden mußte 181 . Im Norden vor der Stadt kaufteScipio Borghese ein für jene Zeit gewaltiges Gebiet, das drei Miglien Umfang hatte(Abb. 258). Wieder waren die Altemps hier seine Vorgänger als Besitzer des bedeu-tendsten Teils der Villa gewesen, doch sprechen von diesen ersten Anlagen nur einige Ein-gangstore, die Martino Lungo zugeschrieben werden. Das Kasino jedenfalls und mit ihmdie Gartenanlage ist erst von Scipio Borghese erbaut worden. Die Villa ist bis vor kurzemim Besitz der Familie geblieben, und das Geschlecht der Borghese gehört zu den wenigenrömischen, die sich durch die Jahrhunderte in ihrem Besitz gehalten und von Zeit zuZeit immer einen neuen Aufschwung genommen haben. Das kam natürlich der Pflegeihrer Villen zugute, und im XVIII. und der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts, wosonst die meisten andern im Zustande des traurigsten Verfalles waren, erregten dieBorghesischen Villen, besonders diese Villa Pinciana, die lauteste Bewunderung derReisenden. Dieser unleugbare Vorzug bedeutet aber für den ursprünglichen Garten ausdem Anfange des XVII. Jahrhunderts eine fast völlige Zerstörung, die auch heute unterdem neuen Besitzer, der Stadt Rom, immer weiter um sich greift. Nur mit Hilfe vonalten Stichen und einigen Reisebeschreibungen 182 aus dem XVII. Jahrhundert könnenwir uns das alte Bild noch wieder zurückrufen: das Gebiet, das Scipio Borghese an sichbrachte, umfaßte nur etwa drei Fünftel des heutigen Umfangs. Die große Einsenkungsüdlich vom sogenannten giardino del Lago bis zur Stadtmauer war damals noch vonkleinen Villen undVignien besetzt, und der Teil zwischen dem alten Tore an dem soge-nannten Muro torto (22) bis zu dem heutigen Eingange bei Porta del Popolo war Gar-ten der Villa Giustiniana, damals um seiner Schönheit willen hoch gepriesen; heute läßt