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Pratolino
7. KA P.
sonders wurde die Samariterin, die an einem Brunnen Wasser schöpft, während ein ver-liebter Schäfer dazu Flöte bläst, bewundert. Und der Vexierwasser sind gar kein Ende,„da hat das Bank," erzählt der Herzog von Württemberg,, ,wer darauf niedersitzt, der darfnicht nach W'asser fragen, er würde sein bald genug bekommen", und „wehe den Damen,wenn sie sich auf die Bänke setzen", ruft noch Jagemann im XVIII. Jahrhundert aus.Bei den ausführlichen Schilderungen Sgrillis werden wir auch heute nicht umhin können,die schier unerschöpfliche Erfindung und große mechanische Geschicklichkeit bewundernzu müssen, mit der diese Kunststücke variiert werden. Den größten Teil seines Statuen-
Abb. 216
GiardinoBoboli,
Florenz,
Auffahrt zum
Ammanalihof
Phot.
schmuckes besaß Pratolino schon zu Montaignes Zeiten, und hierin bedeutet dieser G arteneinen gewissen Wendepunkt. Komische Gartenstatuen wollte schon Alberti im Gartenzulassen. In den Gärten der Hochrenaissance hören wir wenig davon. Die Fülle der Antikenhat damals wohl alle andern in den Hintergrund gedrängt. In Pratolino aber macht sichdas niedere Genre, wie in der Wäscherin, die die Wäsche auswringt, oder einem Bauer,der Wasser aus einem Kübel gießt, mit einem lachenden Buben, der ihm zuschaut, starkgeltend 125 . Die antiken oder antikisierenden Statuen verschwinden nicht aus den Gärten,aber man begann doch die kostbareren lieber in den neugeschaffenen großen Museenunterzubringen oder wenigstens in den prunkvollen Stadtgärten aufzustellen. Am Endedes XVI. Jahrhunderts zieht nahezu gleichzeitig wie in die Literatur das Idyll in denGarten ein. Auch die antiken Szenen werden jetzt ganz idyllisch oder komisch gedeutet:Apoll und die Musen spielen Flötenstücke vor, oder Cupido dreht sich auf seinem Sockel