7. KAP.
Pratolino
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ähnlich wie es von Vasari in Castello geschildert wird. Als letzter Abschluß wird dieses voneinem Jupiter mit Adler und goldenem Blitze überragt 121 , welcher über einem Brunnen,der als Wasserreservoir dient, die Bekrönung des ganzen Gartens bildet (6). VerschiedeneBrunnengruppen belebten die Seitenwege des nach der Bergkuppe zu sich verjüngendenGartens. Nach Süden senkte sich vor dem Hause die Prachtstraße des Gartens hinab (21):Aus niedrigen Balustraden zur Seite schießen Strahlen herüber und hinüber, eine langeWasserlaube bildend, so daß ein Mann zu Pferde darunter reiten könne, ohne naß zuwerden, „und man über sich bey scheinender Sonne in der Lufft von Farben einen natür-
Abb. 215Villa Pratolino,Statue desA pennin
Phot.
liehen Regenbogen gleich sieht" 122 . Am Ende stand die vielbewunderte, oft wiederholteBrunnengruppe der Wäscherin, die ihre Wäsche so natürlich auswringt, daß das Wasserwie Seifenschaum unten aufspritzt. Wie groß die Bewunderung war, dafür spricht, daßman sie immer aufs neue Michelangelo zuschreibt 123 . Der Garten zu beiden Seiten dieserPrachtstraße scheint weniger symmetrisch angelegt gewesen zu sein, er enthielt einenTurnierplatz, eine Fülle von Brunnen, Fischteichen, Vogelhäusern, künstlichen Hügelnmit Heckenaufgang und Grotten. Die große Anziehungskraft in Pratolino aber übtendie Grotten aus, die unter dem breiten Altan, der das Haus umgab, angebracht waren.Viele Seiten nimmt ihre Schilderung bei Sgrilli in Anspruch. Die verschiedenartigsteMusik und Geräusche aller Art konnte man hören. Menschen und Tiere bewegten sichdurch die Kunst des Wassers, Silenen, Syrings sah man und Pan, „wenn man hin zu ihmgeht, steht er auff und fangt an zu pfeifen, ist seltzam anzusehen, man berichtet uns,daß vil Leuth durch sein Unversehn aufstehn, seind hart erschröcket worden" 124 . Be-