7. KA P.
Giardino Boboli
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plötzlich um und spritzt dem Beschauer Wasser ins Gesicht. Noch eine andere Neuerungführt Pratolino ein: die reiche Verwendung von Tuffstein in den Grotten. Montaignepreist das als etwas ganz Neues, in seiner Heimat Unbekanntes; in Italien hatte manden Tuffstein schon früh für die ländlichen Brunnen gebraucht, die Grotten aber schmück-te man bis in die Mitte des Jahrhunderts fast noch ausschließlich mit buntem Mosaikaus, das eine ganz andere Betonung der architektonischen Gliederung zuließ. Noch inVilla d'Este scheint diese Bekleidung nach den wenigen Spuren, die sich erhalten haben,vorgeherrscht zu haben. Im Gartenkasino des Palazzo del Te macht Giulio Romano dieersten, noch schüchternen Versuche, den Tuffstein zur Wandverzierung zu verwenden.
Abb. 217Boboligarten,Florenz,Grundriß
Nach Triggs
Dann scheint die malerische Tuffsteinbekleidung, die sich zu den phantastischstenGebilden verwenden läßt, schnell durchgedrungen zu sein.
Pratolino ist eine Schöpfung, der Laune eines Fürsten entsprungen, in kurzer Zeit voll-endet und später wenig verändert. Um so langsamer entwickelte sich der Garten, dendie Mediceer sich hinter Palazzo Pitti, ihrer florentinischen Residenz, anlegten. DieBaugeschichte von Palazzo Pitti ist schon eine sehr verwickelte, die Nachrichten aber,die über Giardino Boboli aufbewahrt sind, sind so dürftig 126 , daß es sehr schwer ist,ihn historisch sicher einzureihen. Schon im Jahre 1549 kaufte die Gemahlin Cosimos I.,die stolze spanische Prinzessin Eleonora Toledo, den Palast von einem Urenkel desLuca Pitti, seines Erbauers. Noch stand erst der Mittelbau mit sieben Fenster Breite,der heutige Hof und die Gartenfassade fehlten ganz. Doch scheint Eleonora gleich mitder Anlage des Gartens begonnen zu haben, wenigstens sandte sie Tribolo, der eben mitden Arbeiten in Castello beschäftigt war, nach Elba, um dort einen Granitblock von