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Villa d'Este, Tivoli
7. KAP.
Abb. 190Villa d'Este,Tivoli,Zypressen-rondell im heu-tigen Znstande
Phot
der Zypressen- und Piniengruppen, die über das dichte Lorbeergebüsch ragten", zuloben 97 . Im XIX. Jahrhundert hat man zwar dem Garten etwas mehr Pflege ange-deihen lassen, hat aber auch selbst in diesem abgeschlossenen Reich einen Zipfel, denöstlichen Teichplatz, dem Genius der Zeit, dem englischen Geschmack mit seinen ver-schlungenen Wegen, geopfert. Und doch enthüllt sich dem aufmerksamen Blick alldem zum Trotz, der ursprüngliche Geist in dem klaren, deutlich sprechenden Grundplan,der Haus und Garten zum erstenmal unauflöslich zusammenbildet, und dessen großgedachter Linienführung sfch jede Art von Bepflanzung unterwirft. Der Name des Bau-meisters Pirro Ligorio wird zwarnirgends ausdrücklich genannt,doch darf man ihm, dem Archi-tekten der Estes um jene Zeit,die Villa um so eher zuschreiben,als er sich damals sicher lange inTivoli aufhielt, um in der Villa desHadrian zu studieren. Gewiß hater durch die Kühnheit der antikenAnlagen, besonders der Unter-mauerung der Poikileterrasse, sichzu seinem eigenen Werke be-geistern lassen. Für Ligorio sprichtauch die Anlage der kleinen Stadt;er konnte hier in kleinen Bau-modellen das zur Ausführung brin-gen, was ihm im Großen versagtwar, eine Rekonstruktion der an-tiken Ruinen von Rom.
Ligorio hatte hier in der Villad'Este ein Fürstenschloß zu er-richten ; thronend, die Landschaftweit überragend, sollte es gesehenwerden. Mit großem, glänzendemGefolge wollte der Kardinal zeit-weilig dort wohnen und heitere Feste darin feiern. In dem Prunkgarten wollte sich laute,fröhliche Gesellschaft verlieren und doch von unten gesehen und bewundert werden.Wie paßte das bunte Bild als Hintergrund für ihre rauschenden Feste und wie stimmtedas laute vieltönige Wasser in ihre Fröhlichkeit.
Eine Aufgabe ganz anderer Art wurde dem Künstler, als er nach Ippolitos Fortgangnach Frankreich in päpstliche Dienste trat und ihm Pius IV. die Erbauung eines kleinenKasino hinter dem Vatikan übertrug. Sein Auftrag lautete auf Anlage oder Umge-staltung der hinteren vatikanischen Gärten. Das vertiefte Parterre, giardino secreto ge-nannt (Abb. 191 Nr. 14), war wohl schon etwas früher angelegt 98 . Dieser Garten ist tief indie Erde gesenkt, von Stützmauern umgeben, die zu Obstspalieren benutzt wurden.Einige wenige noch kunstlose Grotten sind dazwischen eingelassen. Die Wege sind, wie stetsin diesen frühen Parterres, von Lauben überwölbt, mit einem Pavillon in der Kreuzung,