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Serlio
7. KAP.
Abb. 178
Pratolino,
Baumsitz in
einer Eiche
Stich vonDelhi Bella
Zur Zeit, als Castello erbaut wurde, d. h. im vierten Jahrzehnt des XVI. Jahrhun-derts, ist der Terrassenbau in den Gärten Italiens bereits völlig zur Herrschaft gelangt.Die Gärtenpläne, die der Bologneser Baumeister Serlio in seinem Buche über die Archi-tektur veröffentlichte, zeigen fast durchweg ein reich entwickeltes Terrassen- und Trep-pensystem. Das Gebäude liegt meist auf halber Höhe, jedenfalls so, daß sich eine Vor-terrasse entfalten kann, die als Auffahrt dient, dahinter, in verschiedenen Terrassenaufsteigend, liegt der Hauptgarten 81 .
In die Praxis aber übertragen den Gedanken nun zu gleicher Zeit die verschiedenstenMeister an den verschiedensten Orten. Die Mitte des Jahrhunderts, die Zeit, die in derBaukunst durch das beginnende Barock gekennzeichnet wird, zeigt mit einem Schlage,in einer ganzen Reihe von Werken, die volle Herrschaft über alle Mittel der Gartenkunst.Den obersten Grundsatz dieser neuen bewußten Kunst spricht mit klaren durchschla-genden Worten Ammanati in einem Briefe afi Guidi aus:, ,Die Dinge, die gemauert werden,müssen Führer sein und überlegen denen, die gepflanzt werden" 82 . Daß mit diesen ge-mauerten Dingen in erster Linie der Terrassenbau mit seinen Begleitern, den Treppen,Futtermauern, Nischen, Grotten und weiter den damit zusammenhängenden Wasser-künsten gemeint sind, werden die Beispiele, die aus dieser Zeit uns reichlich erhaltensind, zeigen.
Einen glücklichen Boden für die Entfaltung des Gartens auf dieser Stufe mußte Genuabieten. Seine steil aus dem Meere aufsteigenden Hügel boten für die naturgemäß etwasaußerhalb der Peripherie der Stadt liegenden Gärten keinen Raum zu ebener Gestal-tung. Meistens müssen sich ziemlich schmale Terrassen übereinander türmen. Der-jenige Baumeister, der es am besten verstand, dieses Terrain künstlerisch auszunutzen,