7. KAP.
San Vigilio
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Neben dem Hauptziergarten befanden sich der Sitte der Zeit gemäß noch eine Reihekleiner, ganz für sich abgeschlossener Gärten, von denen sich wenigstens einer nochin seiner alten Gestalt erhalten hat. Landeinwärts neben Mauer und Kapelle vertieftliegt der alte Zitronengarten (Abb. 172). Eine große, auf Pfeilern aufgemauerte Per-gola, die die goldenen Früchte „dieser göttlichen Bäume" stützt, öffnet sich auf einkleines, ganz einfaches Parterre von Myrten. Den Weg vor der Loggia schließt eineNische mit einer Venus ab, die noch an
ihrer alten Stelle steht, davor zwei Putten nU P5 I ' "'''' i/- 2 - ■
als Brunnenfiguren. Eine zweite Venus- Wä^liSuK^Ji <" is dem
statue mit einem Delphin schaut zwischen Ä*l Zitronengarten
den Säulen hervor, und nach dieser Göttintrug, einer Inschrift an der Außenmauerzufolge, dieser Garten seinen Namen.Nördlich davon befand sich noch einzweiter Garten, auch umfriedet und mitzwei Portalen versehen, er war einst mitParadiesäpfeln bepflanzt und daher derAdamsgarten genannt. Der merkwürdig-ste dieser Sondergärten aber hat heutenichts als Pforte und Inschrift bewahrt.Er war abseits gelegen, durch die Straßegetrennt. Der Gründer des Hauses selbstschildert ihn: „Es gibt noch einen drittenGarten, der sogenannte Garten des Apoll,er ist ganz voll von Orangen und Limo-nen; auch befindet sich in ihm ein starkerund hoher Lorbeerbaum, der schönsteam ganzen Ufer. Auf einer Seite ist derKopf des Petrarca aufgestellt, aus dessenhohlen Augen eine Fontäne springt, wel-che den Fuß des Lorbeers benetzt unddas Wasser bis auf die Wurzeln durch-sickern läßt. Auf der andern Seite, so
daß der Lorbeer in der Mitte bleibt, findet sich das große Bild des Apollo aus fein-stem Marmor. In einer Marmorinschrift wendet sich Petrarca an Apollo:
„O mag sein Strahl den heiligen Quell ergetzen
Von unsrer Liebe, wie ich ihn befeuchte
Mit Tränen, die verborgne Wurzeln netzen,
Daß stets von Duft und Grün die Erde leuchte"'".
Diese Inschriften, die auch heute noch auf Schritt und Tritt den Garten zu uns sprechenlassen, lagen dem Hausherrn zu tiefst am Herzen: Agostino Brenzoni war Gelehrter,Humanist und ein berühmter Advokat und Doktor der Rechte. Die Inschriften wie dieStatuen stehen heute nicht immer mehr am alten Orte, aber wie in keinem anderenGarten legen sie noch jetzt Zeugnis ab von der Freude an dem wiederbelebten Altertum.Virgil und Catull umschweben als Genien diese Stätte. Catull huldigt man beim Eintritt
Phot.
17 Gothein, Gartenkunst I