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San Vigilio
7. KAP.
Abb
Botanischer
Garten zu
Padua, der alte
Teil
NachProsperini
auf die Gartenterrasse zwischen Kapelle und Gasthaus; dort, wo man herüber nach seinemLandsitz auf Sirmio schaut, umschließt ein Sacellum neben dem christlichen Heiligtumseine Büste, und darunter liest man mit leichter Umwandlung seiner eignen Verse:
„Venus trauert, mit ihr alle die LiebesgötterUm die verlorene Leier des anmutvollen Catull.Musen weihen ihm fromm und Grazien und Nymphen,Heiliger Tränen voll, hier dieses Heiligtum" 73 .
Wenige der Statuen des Gartens sind wirkliche Antiken. Wie diese Verse sind es meistleicht angelehnte Nachahmungen der Renaissance. Echt aber ist der Humanistengeistder Huldigung an die Vergangenheit, der Urbanität für die Mitwelt. Unvergleichlichspricht sich dies in der Begrüßungsinschrift des Hausherrn an seine Gäste aus:
„Wer du auch bist, der du dieses Landgut besuchst,
Bewahre diese XII Gesetze:Verehre den höchsten und besten Gott in diesem Heiligtum,Laß die Sorgen in der Stadt zurück,Dirnen und dergleichen seien verbannt,Die Hände der Diener halte von dem Garten ab,Das Mahl sei ohne Luxus bereitet,Trinke die Becher, die den Durst dir vertreiben,Weide dein Gemüt an heiteren Dingen,Spanne Deinen Geist aus an ehrbaren Spielen,Zweige, Blumen und Früchte pflücke mit vollen Händen,Kehre dann zurück zur Stadt und den Geschäften.
Die Einladung Brenzonis möge dem Gastwirt nicht zum Schaden gereichen,Der Ruhm des Ortes sei höchstes Gesetz."
Und in heiterer, freier Gastfreundschaft lernen wir Brenzoni kennen, als er im Jahre1552 eine Gesellschaft junger Freunde, meist Studenten aus Padua, empfängt, die wie
zwanzig Jahre später jene Pesaresen1 73 f~ —i sich zu einer Erholungsfahrt am Ge-
stade des Gardasees zusammenge-funden hatten. Einen von den 12Tagen, die einer der Freunde, Sil-vano Cattaneo, schildert, bringen siebei dem Herrn von San Vigilio zu.Leider ist der Bericht von Haus undVilla nur kurz, um so leuchtendertritt uns der Dottore Agostino Bren-zoni hier als ein wahrer Pfleger derVornehmheit „edel, höflich, würdigund ehrenvoll" 73a entgegen.
In denselben Jahren, als diesesWerk der Kunst am Gardasee ent-stand, setzte sich die Wissenschaftihr erstes Denkmal in der Garten-kunst: der botanische Garten inPadua (Abb. 173), das vielbewun-