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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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San Vigilio

7. KAP.

schließt, zur Seite halbrund ausladend, einen kleinen Hafen. Die Kapelle selbst ist schonin den Villengarten einbezogen, der, in unregelmäßigem Grundriß sich der Gestaltung derLandzunge anschließend, das einfache Landhaus umgibt. An der Villa wiederholt sich dasMotiv der zweistöckigen, nach außen vollständig schmucklosen, einst vielleicht bemaltenLoggia, die aber den darin Lustwandelnden durch ihre unvergleichlich schöne Aussichtals die Herrin und Königin des ruhigen Sees" erscheint 72 . Vor der Villa zieht sich einZypressengarten zum See hinab, den die züchtende Schere in eine Festung mit Zinnen,Mauern, Türmen und Wehren verwandelt hat. Die Steinmauer, die den Garten umgibt,führt das Zinnenmotiv, die in Norditalien durchweg angewandten Schwalbenschwänze,weiter fort. Der Hauptgarten hat leider im XIX. Jahrhundert die in diesen Gegenden fast

Abb. 171

San Vigilio,

Rondell

des Gartens

Phot.

überall durchgeführte Umgestaltung zum englischen Stil erhalten. Glücklicherweise hat erein Kleinod seiner alten Anlage bewahrt: ein Hügel zur Seite nach der Kapelle zu ist durchrunde, ansteigende Wege, die wieder teilweise durch niedere Zinnenmauern abgegrenztsind, wie ein kleines Kastell behandelt. Auf der Höhe krönt ihn ein Rondell (Abb. 171), dasvon zwölf Kapellchen mit römischen Kaiserbüsten in den Nischen umgeben ist. Von der Sei-tenfassade des Hauses führt ein ansteigender Weg herauf, mit ragenden alten Zypressenbepflanzt. Diese Zypressenalleen, die heute den herrlichsten Schmuck von San Vigilio aus-machen, habender ersten Anlage kaum angehört. Erst das XVII. Jahrhundert fand ander dunklen, ernsten Majestät solcher Massen Geschmack, auch die Hochrenaissancepflanzte die Zypresse nur als Einzelzierbaum, wie sie schon Alberti empfiehlt, und als Ver-schnittbaum. Die wenigen Schilderungen jener Zeit sprechen mit betonter Bewunderungviel von denbreiten Wegen zwischen Lorbeer und Myrten", von denanmutigen, ver-zierten Gärten von Zitronen, Orangen undLimonen", niemals aber von Zypressenalleen.

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