KAP.
7. KAP.
San Vigilio
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Abb. 170
San Vigilio,Gardasee
Nach Thode
hunderts am freiesten ergehen konnten, wo sich ihre Individualität schrankenlos aus-sprechen durfte. Und eine besondere Künstlerindividualität tritt uns in diesem geist-vollen Werke entgegen, das der große Festungsbaumeister Sanmicheli um 1540 im Auf-trag des Veroneser Patriziers Agostino Brenzoni erbaut hat. Es galt, eine kleine Land-zunge, die sich an schönster Stelle des Sees, dort, wo der schmale Teil sich zu breitemBecken erweitert, vorstreckt, zu bebauen (Abb. 170). Gegenüber grüßen die Trümmer vonCatulls Lieblingsvilla auf Sirmio schwesterlich herüber, und der gewaltige Gebirgskranz desanderen Ufers gibt der Anmut des Bildes auch Ernst und Schwere. Auf dem Vorsprungstand ein kleines gotisches Kapellchen, dem heiligen Vigilius geweiht, und daneben einStraßenwirtshaus. Sanmicheli hat hier ein seltsames Problem gelöst: er hat seine Festungs-motive für eine kleinere heitere Villa umgestaltet. Das Straßenwirtshaus und die Kapelle,die die Spitze der Landzunge einnehmen, wurden umgebaut und durch eine Gartenterrasseverbunden. Das Wirtshaus zeigt als Hauptfassade eine zweistöckige Loggia und um-