7, KAP.
Villa Imperiale in Pesaro
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auch von der Wiese aus durch einen Hof betreten, auf den von der anderen Seite eineschöne Allee zulief. Die eigentlichen Gärten stiegen in drei Terrassen hinter dem Hause,das mit einem Stockwerk kniet, den Berg empor. Die unterste Terrasse war als einvertiefter Hof gedacht, mit Lorbeer bepflanzt und von zwei Bassins belebt. Vom Hauseher trat man durch eine dreibogige Loggia hinein. Einst war sie im Schmuck der Bema-lung und der Kassettendecke ein bevorzugter Raum des Hauses. Ein Marmorbrunnen undwahrscheinlich der Idolino genannte antike Jüngling, den Genga selbst aufstellte undrestaurierte, verschönten sie. Der Loggia gegenüber trat man durch die als Palastfassadegestaltete Futtermauer in eine Grotte, die von der Terrasse darüber Licht erhielt. Einefontana rustica aus Tuffstein bildete den Abschluß. Tausend Wasserscherze belebten sie,zu den Seiten lagen kleine Baderäume und zuhinterst, die ganze Breite der Grotte einneh-mend, ein großes Wasserbassin; ringsum waren Sitzbänke angebracht, man benutzte dieGrotte als kühlen Sommerspeisesaal. Über Grotte und Bassin liegt eine Gartenterrasse ingleicher Höhe wie das pian nobile des Hauses und von diesem erreichbar durch Flügel, diezu beiden Seiten den Hof einschlössen. In den Dokumenten „giardini secreti" genannt 66 ",hatte dieser Schmuckgarten vorne eine Rampe, hinter der ein zierliches Parterre an-gelegt war, mit einer Fülle von opus topiarium, unter dem drei Barken, aus Myrtengeschnitten, berühmt waren. Drei Springbrunnen plätscherten darin, zwischen denenKübel mit Lorbeer und anderen Pflanzen standen. Die Futtermauern waren mitSpalieren von Limonen, Orangen und anderen Fruchtbäumen geschmückt. Die dritteTerrasse umfaßt den Hauptgarten, dessen Quadrat auch von hohen Mauern umgebenwar, die mit Obstspalieren bepflanzt waren 67 . Nach alten Plänen war er in vier Feldergeteilt, die Gänge mit Pergolen in Wein und verschnittenem Lorbeer überschattet,wohlriechende Myrten, Buchs, Rosen und Rosmarin schmückten die Beete 68 . DieserGarten, in gleicher Höhe wie das Dach des Hauses, war wieder von diesem zugänglichauf Wandelgängen, die über die Seitenflügel führten. Durch ein Tor in der hinterenAbschlußmauer schritt man von hier auf sanft ansteigenden Pfaden durch ein Eichen-wäldchen zu einer von Mauern umschlossenen, geräumigen Wiese, die mit Oliven be-pflanzt war. Hier erhob sich als letzter und höchster Abschluß ein kleines Kasino, diesogenannte Vedetta 69 , im Innern mit Arabesken ausgemalt. Außen hatte der lieblicheBau einen mit Balustraden umgebenen Umgang, zu dem Treppen emporführten. Vonhier genoß man den herrlichen Ausblick auf das Meer und die paradiesische Land-schaft. Die Vedetta war zu Agostinos Zeit erst geplant, leider wurde sie dann späterso schlecht gebaut, daß sie schnell verfiel und abgetragen werden mußte.
Wenn man das Bild als Ganzes betrachtet, so fällt gegenüber Villa Madama, ja allenbisher besprochenen Villen, eine weit strengere Geschlossenheit und Symmetrie der Gär-ten auf. In der Hauptachse des Baues liegt der Hof, die erste und zweite Terrasse,das Eichenboskett, dahinter die Wiese und als letzter glücklicher Abschluß die Vedetta.Der Blick von den Wandelgängen des Daches muß ein imponierendes Gesamtbild derGärten umfaßt haben. Die Ausnutzung der Futtermauer zu einer imposanten Grottewar noch nirgends mit solcher Kühnheit durchgeführt worden. Dagegen ist äußerst auf-fällig der gänzliche Mangel an Freitreppen. Es scheint fast, als hätte Genga alle Kunstdarauf verwandt, sie zu vermeiden. Weder das Haus noch die Terrassen sind irgendwiedurch außen sichtbare Treppen erreichbar und verbunden. Sie sind mit großem Auf-wand und gewisser Raumverschwendung in die geräumigen Seitenflügel verlegt 70 . Hierin