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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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Villa Imperiale in Pesaro

7. KAP.

dazu ein Maler, dessen hohe Geschicklichkeit in der dekorativen Kulissenkunst gerühmtwurde. Gengas Bau mit der geringen Tiefenausdehnung, der Entfaltung aller Räumenach außen hin, der innigen Verschmelzung dieser Festräume mit den Gärten dennnur für Feste, nicht als Wohnhaus, muß auch diese Villa wie Palazzo del Te angesehenwerden macht fast den Eindruck einer prächtigen Schaubühne, eines Hintergrundesfür diese Feste. Und so schauen wir die Villa auch in einer zeitgenössischen Schilderung.Ludovico Agostino 66a , ein Akademiker aus Pesaro, macht um das Jahr 1574, in denletzten Regierungsjähren Guidobaidos IL, des Nachfolgers des jäh verstorbenen Fran-cesco Maria, mit sechs Freunden eine Villenreise in der nächsten Umgebung der Stadt,um sich von schweren Sorgen, die sein Leben verwirrten, freizumachen". Die Freundewandern zuerst der Villa Imperiale zu, die auf dem lieblichen Monte San Bartolo an einer

Abb. 169

Villa Imperiale

bei Pesaro,

Grundriß und

Durchschnitt

Nach Bertulli

der herrlichsten Stellen des Adriatischen Meeres gelegen ist. Sie durchwandern, von Ostenkommend, zuerst ein hochstämmiges Eichenwäldchen, um dann eine langgestreckte,mit einer Mauer umgebene Wiese zu erreichen,die immer im Schmucke mannigfacherBlumen prangt". Am Eingang befindet sich ein Torhäuschen mit zwei Zimmern.Nach Süden fällt das Gelände ab, was zur Anlage eines Obst- und Zitronengartens nebender Stützmauer benutzt wird, während oberhalb des Prato ein amphitheatralischesWäldchen ansteigt. Durch das Prato gelangt man zum Haupteingang des alten Pa-lastes, der nach mittelalterlicher Weise im kühn aufragenden Turm liegt; durch einenVerbindungsgang kann man auch direkt aus den Privatgemächern des Fürsten in denOrangengarten gehen. Diese Gartengruppe, die zum alten Palast gehört, zeigt noch mittel-alterliche Züge, besonders die umfriedete Blumenwiese; nur die weißen Marmorbilder,die den ankommenden Freunden in der Stille die einzigen Bewohner der Villa zu seinscheinen, gehören der neueren Zeit an. Ein ganz anderer Geist waltet in den Gärten, diezu der Villa Francesco Marias gehören. Höher am Berge gelegen, ist sie durch einen ver-deckten Gang mit dem obersten Stock des alten Baues verbunden. Man konnte die Villa