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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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KAP.

Villa Imperiale in Pesaro

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Schlafräume enthielt, wie Palazzo del Te, sondern ein ausgedehntes Gebäude, das inseinen Mauern die Fürsten mit großem Gefolge aufnehmen konnte. In den lieblichen Gär-ten werden vor allem die Fruchtbäume, zwischen deren schön verschnittenen Ästensich üppige Traubengehänge schlangen, erwähnt.Die Erhitzten können sich dort imSchatten abkühlen aber auch in dem Wasserstrahl der Vexierwässer, mit deren schnel-lem, unvorhergesehenem Sprühregen der Herzog seine Gäste unfehlbar überraschte" 62 .Welch eine Fülle von anderen Lustschlössern nannte dies Fürstengeschlecht sein eigen!Man rühmte ihre Ausmalung durch Mantegna oder einen der anderen großen Maler, diedie Gonzagas beschäftigten; man rühmte ihre Gärten, aber bis auf eine kahle Auf-zählung von Namen, die uns höchstens einen Begriff von der Größe der Bautätigkeitgeben, ist alles untergegangen 63 .

Die Tradition dieses hochgesinnten Fürstenhauses trug Isabellas schöne Tochter Eleo-nore Gonzaga an den urbinatischen Fürstenhof, als die Sechzehn] ährige den Herzog Fran-cesco Maria della Rovere heiratete. Nach wechselvollem Schicksal, welches die Gatten dasElend gefahrvoller Verbannung kosten ließ, schien dem kühnen Condottiere endlich dieSonne des Glückes und Ruhmes leuchten zu wollen. Im Jahre 1529 machte die RepublikVenedig mit Papst und Kaiser ihren Frieden und überhäufte ihren Feldherrn mit glän-zenden Ehren. Endlich konnte die hochherzige Frau hoffen, den geliebten Gemahlzu Zeiten friedensvollen Glückes bei sich zu haben, und in der Freude ihres Herzensglaubte sie, diese selige Aussicht nicht glücklicher feiern zu können, als durch den Baueines Landhauses, das sie als neuen Schauplatz erküren wollte für einen Musenhof, wieer uns in Castigliones glanzvoller Schilderung aus der Zeit ihrer Vorgängerin ent-gegentritt. Pietro Bembo traf ganz den innersten Sinn ihrer Absicht, wenn er alsInschrift des neuen Hauses, die es wie ein Stirnband als Fries umschlungen trägt,die Worte wählte:Fr. Mariae duci Metaurensium a bellis redeunti Leonora uxoranimi eius causa villam exedificavit". So entstand der neue Palast der Villa Imperialebei Pesaro 6 *, jenes Juwel der Hochrenaissance, das alle Zeitgenossen mit Begeisterungerfüllte, das die Erwartungen Bembos übertraf, das Tizian, den Freund FrancescoMarias, für den er seine schönsten Bilder malte, als Gast sah, das dem Dichter Ber-nardoTasso, dem Vater Torquatos, eine langjährige Heimat wurde (Abb. 169). Heute istdiesesParadies", wie Leandro Alberti 65 es nennt, nur noch ein Schatten seiner Schönheit,und von denamoenissimi giardini", die Vasari bewunderte 66 , ist vollends kaumeine Spur geblieben. Doch ist die Freude, die so viele hervorragende Geister an diesemKleinod hatten, doch nicht ohne Frucht für uns Spätgeborene geblieben. Pläne,Abbildungen und Schilderungen unterstützen die Phantasie, mit der sich das Bild zualtem Glänze wieder aufbauen läßt. Leonore fand, wie wir sahen, schon ein altesSchlößchen der Frührenaissance vor. Die Innenanordnung der Gemächer um einen zen-tralen Säulenhof, der einen Marmorbrunnen umschließt, verrät noch die alte Tradition desantiken Villenbaues, während das Äußere alle Anzeichen seiner Herkunft aus dem krie-gerischen mittelalterlichen Schloßbau zeigt. Die Innenräume dieses Zinnenschlößchensließ Eleonore Gonzaga mit den Kriegstaten ihres Gemahls ausmalen. Girolamo Genga, derHauptmaler dieser Fresken, war zugleich auch der Baumeister des neuen Hauses,das sich ein wenig westlich von der alten, am Fuße des Hügels erbauten Villa an dendicht dahinter aufsteigenden Hang anschmiegt. Es ist gewiß nicht ohne Bedeutung, daßauch hier wieder ein Maler-Baumeister diesen Bau der goldenen Zeit entwirft, und noch