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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Palazzo del Te

7. KAP.

Abb. 167Villa Madama,Raffaels Zeich-nung für dieSüdgärten

Nach Hofmann

lieh die Behandlung der Wasserkräfte, die sich nach verschiedenen Seiten für jedeGartengruppe besonders zersplittern mußten und bei aller Schönheit im einzelnen nochkein irgendwie imponierendes Gesamtbild zeigen konnten.

Leider teilen das Schicksal der Villa Madama der größte Teil der Landhäuser dergoldenen Zeit, und schlimmer als den Gebäuden selbst ist es den Gärten ergangen.

Nicht durchgeführt,völlig zerstört oderdoch ganz umgearbei-tet, das ist das Schick-sal aller dieser Gärtenaus der ersten Hälftedes XVI. Jahrhun-derts. Man muß schonmit sehr aufmerksa-men Blicken suchen,um mit dem geringenMaterial sich doch einBild zu machen vonjenen Jahren, in denendie Fülle der Künstler-individualitäten auchim Gartenbau solch ei-nen Reichtum von Ein-zelschöpfungen her-vorgebracht hat. FürRom freilich war dieZeit nach Leos X. Todezu unruhig und gefähr-lich, um die Gemüterdem friedlichen Villen-bau zuzuwenden. Diegroßen Künstler wand-ten der Stadt für eineWeile oder für immerden Rücken und wur-den mit offenen Armenbei anderen Fürsten inanderen Städten aufgenommen. Raffaels bedeutendster Schüler, Giulio Romano, welchernach des Meisters Tode der Baumeister der Villa Madama gewesen war, fand eine reicheTätigkeit und bleibende Heimat in Mantua, der Stadt des geistvollen, kunstfrohenFürstengeschlechtes der Gonzaga. Federigo, der Sohn der hochgesinnten IsabellaGonzaga, empfing den Künstler mit reichen Gunstbeweisen. Einer seiner ersten Auf trägewar die Erbauung eines Lustschlosses im Süden der Stadt, des Palazzo delTe (Abb. 168).Eine ganz andere Aufgabe als sein großer Lehrer sie ihm in Villa Madama hinter-lassen hatte, ward Giulio Romano hier zuteil: Ein ebenes Terrain ohne Aussicht, ein