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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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7. KAP.

Villa Madama

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und vor diesen sich die eben geschilderten Gärten erstrecken. Endlich gehörte zu demGesamtplan noch das Ninfeo, das in einer Talfalte zwischen dem Monte Mario und derCollina del Romitorio nordwärts vom Hippodrom sich von Ost nach West entfaltete.Baureste zeigen, daß auch dieser Gartenteil wirklich ausgeführt worden ist, wie Vasariihn im Leben Giovannis da Udine schildert 55 . Raffael hatte diesen seinen Schülernicht nur zur Innendekoration der Villa zugezogen, er ist auch der Künstler derElefantengrotte, in der er nach Vasaris Zeugnis in ausgesprochenem Wetteifermit der eben entdeckten antiken Dekoration des sogenannten Neptuntempels 56 ar-beitete, und die ihm viel Ehre und Gewinn vom Kardinal eintrug.Danach", berichtetVasari,baute er noch einen anderen Brunnen, jedoch einen ländlichen (selvatico) in der

Tiefe einer von Wald __ ___ ________

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umgebenen Schlucht; Mm 3 V illa Madama,

mit viel Geschick ließ er f^^^m^^^S§- si£Nfew Ji % Rekonstruktion

1 iTT ii- --^iiwnfS&iiEsSm« A1 li der Ostgärten

das Wasser in kleinen

Strahlen und Tropfenüber poröses Gesteinfallen, was wirklich wienatürlich erschien. Aufdem höchsten Punktedieser Tropfsteinblöckebildete er einen Löwen-kopf, welchen Venus-haar und andere Gräserkunstvoll umrankten.Man sollte nicht glau-ben, wieviel Anmut diesdem in allen Teilenschönen und über alleVorstellung gefälligen

selvatico gab". Der Kardinal war über dieses Werk so entzückt, daß er den Künstlerin den Ritterstand von San Pietro erhob.

Schier unerschöpflich reich ist der Eindruck, wenn sich so die ganze Schöpfung ausden zerstreuten Plänen aufbaut. Nun versteht man, was die begeisterten Schilderungender Villen jener Tage mit ihrenamoenissimi giardini" sagen wollen. Was die Phanta-sie in den verlorenen Werken des Altertums mit Hilfe der alten Autoren suchte, wasdie großen theoretischen Denker wie Alberti von ihrer Zeit verlangten, hier sollte es zuherrlicher Wirklichkeit werden. Ein Maler, der größte unter ihnen, hat das Ganze zuerstgedacht, und durchaus malerisch ist auch der Eindruck. Noch fehlt diesem Garten dieGeschlossenheit späterer italienischer Anlagen und damit auch die enge Zusammen-gehörigkeit mit dem Hause. Die Gärten zerfallen in mindestens drei verschiedeneTerrassengruppen, die in losem Zusammenhang untereinander gerade so gelegt sind,wie dieHänge desBerges esverlangen. Die Unterwerfung des Terrains unter den Gesamt-plan liegt dem Architekten noch ferne. Selbst die einzelnen untereinander mit Treppenverbundenen Terrassengruppen sind nicht durchaus auf eine Hauptachse orientiert.Das Ninfeo liegt gar wieder abseits in einem Tälchen für sich. Dem entspricht natür-

Nach Geymüller