r. kap.
Villa Madama
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peo Colonna anführte, der dem auf der Engelsburg gefangen sitzenden Papste seinenLiebling, die Villa auf dem Monte Mario, anzündete, um ihm seine Rache mit helleuch-tender Fackel zu zeigen. Was so niederbrannte, wurde später wohl wieder aufgebaut;fertig geworden ist die Villa niemals. Den Namen Villa Madama, den sie jetzt trägt,erhielt sie von Margarete von Parma, die vorübergehend dort residierte. Heute ist sieein Bild traurigsten Verfalles, und doch kann man auch jetzt noch die Züge unvertilg-barer Schönheit herauslesen.
Eine Reihe von Originalplänen 52 , die teils von Raffael, teils von San Gallo herrühren,sind in jüngster Zeit aufgefunden worden. Siehelfen die komplizierte Baugeschichte derVilla etwas besser zu verstehen. Wenn auch j etzt noch manches Vermutung bleiben muß,so können wir uns den Raffaelschen Bau doch im Geiste wieder errichten. Von dem Ge-bäude selbst ist nur eine knappe Hälfte zur Ausführung gelangt. Von den Gärten sindzwei Terrassen nach der Seite von Ponte Molle erhalten (Abb. 164). Die obere wird nachder südlichen Schmalseite von der einzig schönen dreibogigen Loggia abgeschlossen,während sich nördlich eine hohe Mauer erhebt, durch die ein Tor, von zwei Gigantenflankiert, hinausführt. Nach der Bergseite sind drei gewaltige Nischen in die Futter-mauer eingelassen, von denen die mittlere noch Teile des alten Schmuckes zeigt: einebunte inkrustierte Kassettendecke, in der Hinterwand einen Elefantenkopf (Abb. 165),der aus seinem Rüssel Wasser in ein reich verziertes Becken speit. Festons verbinden ihnmit seitlichen Masken, aus denen Wasserstrahlen tiefer liegende Bassins speisen. In denanderen Nischen standen antike Kolossalstatuen, in der ersten, der Loggia zunächstliegenden, der sogenannte Genius 53 , der mit dem größten Teil des Statuenschmuckesdurch Margarete von Parma nach Neapel kam. In der Loggia selbst war in der Exedraein sitzender Jupiter aufgestellt, der bis ins XVIII. Jahrhundert sich dort befunden
Abb. 164Villa Madama,obere Terrasseund Bassin-grotte
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