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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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7. KAP.

Scamozzi Tierparks Filarete

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einen Versuch, Albertis Vorschriften nachzukommen. Auf dieser Stufe ist der Farm-garten jahrhundertelang in Italien wie im Norden in seiner Anlage stabil geblieben.Eigentlich hat erst das XIX. Jahrhundert in diesen ländlichen Gärten hier und dortden malerischen Stil eingeführt. Im Bauerngarten aber haben solch alte Anlagen sichbis heute erhalten.

In Italien hat sich die Entwicklung, wie es scheint, in einzelnen Landstrichen sehr un-gleich vollzogen; wo die Beschaffenheit des Bodens große Besitzungen seltener machte,wie in Venezien, oder die Ausnutzung für reine Kulturzwecke zu sehr vorherrschte, wie inder Lombardei, schritt sie äußerst langsam vor. Scamozzi 26 , ein Schüler Palladios, schreibtin einer Zeit, wo im Anfang des XVII. Jahrhunderts die Gartenkunst im übrigen Italienschon ihr höchstes Können erlangt hatte. Scamozzi aber hat von der Pracht römischerGärten, wie sie damals herrschte, wenig gesehen, jedenfalls gehen seine mageren Vor-schriften für Anlage von Gärten keinen Schritt über Soderini hinaus. Und dabei denkter nicht nur an den Farmgarten, sondern hat, wie einst Bembo, die Gärten von Asoloim Sinn, will er doch den Obstgärten (bruolli) dort wegen ihrer Größe den NamenPark verleihen. Seit Bembos Zeit aber scheinen diese Gärten, wie andre ihrer Gegend, voll-kommen gleich geblieben zu sein. Und doch genoß Scamozzi, der selbst eine Zeitlangjenseits der Alpen gewirkt hat, auch im Norden großen Einfluß. Seine Schrift hat dorteine große Verbreitung gefunden, und bis ins XVIII. Jahrhundert galt er manchemGartenschriftsteller als Autorität. Für den italienischen Garten bedeutet dies 1615erschienene Buch einen Stillstand von mehr als 100 Jahren.

Noch immer hält sich die Architektur in den Gärten um 1500 sehr zurück. Das Plan-volle der Anlage beschränkt sich auf den einfachsten Grundriß, der nur durch Hecken,Laubengänge und Baumverschnitt eine reichere Gestaltung erfährt. Noch ist die Aus-dehnung der eigentlichen Ziergärten sehr klein, die Obst- und Gemüsegärten, die sichbald so ängstlich verstecken müssen, behaupten noch ihr ausgedehntes Recht. Derfürstliche Besitz aber zeigt sich vor allem in dem Tierpark. Gerade in der Frührenais-sance wuchs die Leidenschaft, seltene und wilde Tiere in Käfigen oder zu Jagdzwecken zuhalten, wieder wie im Altertum ins Ungemessene 2 7 . Für diese aber mußte ein weiträumigerAufenthalt geschaffen werden, dorthin verlegte man auch die großen Volieren und Fisch-teiche, die man bei kleinerem Besitz in die Nähe der Villa setzte, wie Soderini zubeiden Seiten seiner Villa Fischteiche anzulegen empfiehlt 2 8 . Ein derartiger Tierpark kannnatürlich keinen Anspruch auf eine kunstvolle Gesamtwirkung machen, aber alsregelmäßige Anlage, der man auch hier und dort künstlerischen Schmuck verlieh, darfman sie doch denken. So schildert der französische Dichter den Tierpark in PoggioReale mit Gehegen für wilde Tiere und Weiden für grasende Haustiere, mit Volieren undWeinbergen. Eine Fontäne ist dort, groß genug,um die ganze Stadt damit zu spei-sen". Auch Grotten gehörten diesem Park zu. Von anderen Tierparken, wie dem desKar-dinals von Aquileja 29 und jenem, den der Herzog Ercole dicht vor den Toren von Ferraraanlegen ließ, wissen wir nur die Tatsache ihrer Entstehung. In Filaretes phantastischemArchitekturroman nimmt die Schilderung des Tierparks einen großen Teil ein 30 . Dieganze Ausführung der dort geschilderten Bauwerke und Gärten in fabelhaften Maßenund wunderbarer Pracht muß aus Filaretes persönlichen Verhältnissen, verstandenwerden. Hier machte sich die in ihrem Schaffen so oft gehemmte Phantasie des Bau-meisters Luft, da am Hofe Francesco I. Sforza seine Renaissanceideen gar nicht zum