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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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7. KAP.

Bembos A solani

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antike Statuen; daneben einen Park mit Heilkräutern, größer als das Bois de Vin-cennes, einen großen Fruchtgarten, Weinberge, einen Tierpark mit einem Brunnen,groß genug, um die ganze Stadt zu speisen, und Grotten, die alles übertreffen, was derDichter bisher gesehen hat. Nur mühsam kann man sich die Gärten danach vorstellen.Die eigentlichen Ziergärten werden hier, wie damals noch überall, sehr klein gewesensein; daß Alfonso ein großer Blumen- und Pflanzenfreund gewesen, zeigt der Bericht,daß er auf seiner Flucht beim Nahen Karls im Jahre 1495 noch Zeit fand,toutessortes de grains pour faire jardins" in seinen Verbannungsort Sizilien mitzunehmen.

Jakob Burckhardt hat aus solchen Schilderungen für die Frührenaissancegärten einÜberwiegen des botanischen Interesses über das künstlerisch-architektonische ge-schlossen. Gewiß war Grundplan und Anlage noch einfach, doch ist sehr viel auch aufein gewisses Ungeschick der Schilderer zu schieben, denn wo einmal ein wirklicherKünstler, wie der spätere Kardinal Bembo, ein Gartenbild vor Augen zaubert, sehen wirdoch bei aller Einfachheit schon ein formdurchdachtes Ganzes vor uns. Noch in denletzten Jahren des XV. Jahrhunderts verlegte der junge, damals am Hofe von Fer-rara lebende Venezianer seine Liebesgespräche in die Gärten von Asolo an den ihmsehr vertrauten Hof der Königin Katerina Cornaro 24 . Ein Dichterbild ist dieseSchilderung, doch trägt es bei aller Freiheit den Charakter des Individuellen undist sicher der Wirklichkeit jener asolanischen Gärten nachgebildet. Bembo erzählt:Bei der Hochzeitsfeier einer der Hofdamen der Fürstin geht ein Teil der Gesell-schaft, während die anderen ihren Mittagsschlaf halten, in den Garten, der vor denFenstern des Festsaales ausgebreitet liegt.Dieser reizende Garten war von wunder-barer Schönheit. Zu beiden Seiten einer Pergola von Wein, die breit und schattig denGarten in Kreuzform durchschnitt, öffnet sich rechts und links den Eintretenden ein glei-cher Weg. Derselbe war geräumig und lang, mit frischem Kies bestreut. Nach der Seitedes Gartens war er, außer an der Stelle, wo die Pergola sich öffnete, durch Heckenvon dichtem grünen Taxus abgeschlossen. Dieser reichte bis zur Brusthöhe eines Mannes,der sich darauf lehnen konnte, so daß man von allen Teilen den Blick darüber hinaus-schweifen lassen konnte. Auf der anderen Seite stiegen hohe Lorbeeren an der Mauerentlang gen Himmel, ihre Gipfel bildeten über den Weg einen Halbbogen, dicht undin der Weise beschnitten, daß nicht ein Blatt außer der Reihe sich zu zeigen wagte undman außerhalb der Mauern niemanden, so viele auch hineingegangen waren, sehenkonnte. An einer Seite des Gartens öffneten sich in weißem Marmor zwei große Fensteram letzten Ende, wo die Mauer sehr dick war, so daß man an jeder Seite sitzend vonder Höhe über die Ebene blicken konnte. Auf diesem so schönen Wege wandelten diereizenden Frauen, von den Jünglingen begleitet, ganz vor der Sonne geschützt; dies unddas bewundernd und über vieles plaudernd, gelangten sie zu einer kleinen Wiese am Endedes Gartens, voll von frischestem, kurzgehaltenem Grase, und auf mancherlei Weise vonBlumen durchsetzt und gezeichnet; am äußersten Ende bildeten Lorbeerbäume, dieregellos in großer Anzahl wuchsen, zwei gleiche Wäldchen voll Schatten und voll ein-samer Ehrfurcht. Zwischen ihnen weiter drinnen gaben sie Raum für eine sehr schöneQuelle, die in dem lebendigen Fels, der von dieser Seite den Garten abschloß, meister-haft ausgehöhlt war. Aus dieser floß eine nicht sehr große Ader von klarem, kaltemWasser, das, aus dem Berge hier, nicht sehr hoch über der Erde entspringend, in einenMarmorkanal sich ergoß, der die Wiese in der Mitte durchschnitt und dann den Garten