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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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II Sogno di Polifilo

7. KAP.

er sich als Kreissegmente, die Wege sind von Pergolen beschattet, die meist ausLattenwerk hergestellt und von Rosen und Wein überrankt sind. In den Schnitt-punkten sind Pavillons angebracht. Die eingezäunten Gartenteile waren Wiesen, mitBlumenbeeten oder Fruchtbäumen bestanden, letztere auch häufig ringförmig verschnit-ten. Den Mittelpunkt aber bildeten merkwürdige Brunnen, Pavillons (Abb. 151) oderhöchst kunstreiche Gebilde aus Buchs, wovon er eine Reihe Haupt- und Prachtstücke auchim Bilde wiedergibt (Abb. 152). So phantastisch auch die ganze Anlage besonders imGrundplan erscheinen mag, so wird dieser doch auch hier in seinen Hauptlinien durchdie pergolaüberschatteten Wege bezeichnet; auch hier sind die einzelnen Teile alsbesondere Gärten mit Umzäumung behandelt; auch hier zeigt sich noch der Mangelan plastischem Schmuck und statt dessen ein starkes Überwiegen des Buchsverschnittesin Figuren aller Art. Das Haus ist vollkommen unterdrückt, dafür tritt ein zentral

, 5 2 1 ------------------------------------------------------ gerichteter, schematisch regelmäßiger Grund-

Baumv er schnitt A plan ein, der die einzel behandelten Garten-

stücke zusammenschließt.

Ebenfalls eine bloße Gartenschilderung, dievom Hause absieht, gibt uns Jovianus Pon-tanus in seinem W T erkchen ,,De Hortis Hes-peridum" 13 , das der greise Staatsmann inunfreiwilliger Muße am Ende seines Lebens,etwa 1500, verfaßte. Er denkt der Tage, alser noch mit seiner Gattin seinen Orangen-garten am Vomero in Neapel gepflegt hat. ImWettstreit mit Virgils Gedicht vom Land-bau will er sich uns als Züchter dieser er-Nach tragreichen, damals in Norditalien noch un-

Hypneroto- j ferj^ . "-f ^=gj^ cSLlJmJSL bekannten Frucht zeigen. Doch gleich im

// Sogno di fc' ! ^<"i' |! "T7 ~ ,i'ijjlf fe l ^5, ersten Buche gelten eine Reihe seiner ele-

Polifilo I ------------------------------------------------------ ganten Hexameter dem Lustgarten und dem

opus topiarium.Wenn dich nicht so sehr der Eifer für Ertrag, noch die Sorgeum die Einkünfte des Gartens bewegen, sondern du allein das Vergnügen des Haines(nemoris) suchst und den schattigen Aufenthalt, belebt durch verschiedene Gestalten,so wähle vor allem einen Ort, bei dem eine Quelle oder ein geeigneter, gleitender Flußfließt, damit ein Bach hineingeleitet werden kann, oder ein Brunnen sprudelt, daßnicht etwa während der Hitze der Garten welkend hinschmachte, oder durch die rauheKälte Mühe und Anlage der prächtigen Bosketts (silvae) verderbe. Umgib ihn dannmit Mauern, wodurch du zukünftige Stürme abhältst, lege Quadrate an, ziehe Gräben,disponiere den Ort und umgürte die ganze Anlage mit Erdwällen. Pflanze darauf zarteSprossen und ordne sie in bestimmte Reihen (trames), befestige sie mit Bast, damitsie von Anfang an lernen, was ihres Amtes ist, ein jedes in seinem Räume und Orte.Sobald dann der Baum bei beständiger Pflege und Mühe des Gärtners seine Zweigeerhebt und das Laub entfaltet, so wähle für jeden sein Geschäft aus und rufe mitdankbarer Mühe die ungestalte Schar zur Schönheit: Dieser hier erhebe sich zumhohen Turme oder als Bollwerk, dieser spanne sich als Bogen oder treibe als Spießhervor; jener befestige die Gräben als Wall und umgürte die Mauern, jener wecke als