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Petrus Crescenzius
6. KAP.
Abb. 150Le Jardind'Alencon
Nach Fouquier
Es war in diesen Villen der Reichen nun nicht mehr nur von schönen Nutzgärten mitreichen Erträgnissen die Rede, allmählich zog das Bewußtsein einer wirklich kunstge-mäßen Anlage in die Gärten der Herren und Fürsten ein. Fast gleichzeitig mit Villanischrieb der Bologneser Ratsherr und gelehrte Forscher Petrus Crescenzius sein großes Buchüber die Landwirtschaft. Hier unterscheidet er bei der Besprechung des Gartens genauzwischen den kleinen, zwei bis vier J och großen Gärten, und denen der Könige und andererreichen Herren. Die ersteren sind nichts als Nutzgärten, deren Vorschriften nicht über
die Geoponica und anderealte Schriften hinausgehen:Ein Zaun von Schlehen oderweißen und roten Rosen um-gebe das Terrain als Schutz,davor mache man einen Gra-ben und reihenweise pflanzeman Äpfel und Birnen undan heißen Plätzen Palmenund Zitronen, auch Maul-beeren, Kirschen, Pflaumenund ähnliche edle Bäume,wie Feigen, Nüsse, Mandeln,jedes in besonderer Art fürsich in genauen Reihen von-einander geschieden; da-zwischen könne man edlenWein pflanzen. Das übrigeErdreich möge man als Wieseanlegen, auf der sich nachden großen Regenfällen nichtgutgewachsenes, aber hohesGras entwickle, das manzweimal im Jahre schneidenmöge, damit es besser stehe.Auch Pergolen in der Artvon Pavillons lege man angeeigneten Orten an 87 . Ein ganz anderes Aussehen verlangt er von den Herrengärten:hier möge man 20 Joch und mehr, je nach dem Verlangen der Herren, mit einer hohenMauer umgeben. Nach Norden pflanze man ein Boskett von hohen Bäumen, in demman wilde Tiere unterbringen könne. Nach Süden baue man einen sehr schönenPalast, in dem der König und die Königin verweilen können, wenn sie ernsteGedanken fliehen und in ihrer Seele Heiterkeit und Frohsinn erneuern wollen.Crescenzius gibt mit genauer Berechnung des italienischen Klimas dem Sommer-palast diese Lage, denn so habe man in seiner Nähe angenehmen Schatten, undder Blick in den Garten ist nicht von der blendenden Sonne belästigt. Weiter ver-langt er einen Fischweiher und in der Nähe des Palastes ein Vogelhaus. Auch nochan anderen Stellen des Gartens könne man Bosketts anlegen und darin zahmere