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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Öffentliche Anlagen in den Städten

6. KAP.

Abb. 149 Ht^i-riU-j:Garten mit .4''"".?»''/:.* ' ;Laubeng am:

Aus Horae

Mariae

Virginis

(frans. Ms.)

Laube zu Trinkgelagen vereinigten, während der Hintergarten zu Nutzzwecken ein-gerichtet war 81 .

Wichtiger ist es, daß man vom XII. und XIII. Jahrhundert an in den Städten be-gann, öffentliche Anlagen zu machen, wo sich die Müßigen und Fröhlichen zu Spielund Lustbarkeit versammelten. Gegen das Ende des XIII. Jahrhunderts werden siein Florenz schon vergrößert: Ein Statut von 1290 verfügt eine Erweiterungdespratum commune", was dann auch vier Jahre später durch Ankauf und Nieder-reißen von Häusern ausgeführt wurde, und in der via del Prato dauert noch heute

der Name fort. Zu dieser Zeitwar es in Toskana schon allgemeinüblich, daß selbst kleinere Städtesich öffentliche Spaziergänge an-legten. Ein Statut, das im Jahre1309 ein solches Prato für dieStadt Siena beschließt, zeigtdeutlich, welchem Zwecke dieseSpaziergänge dienten. In ersterLinie, heißt es dort, seien sie be-stimmt für die Schönheit derStadt, als ein Ort des Vergnügensund der Freude für die Bürger unddie Fremden. Siena müsse solcheAnlagen wie die anderen Städte,wo die Kaufmannschaft sie einge-richtet und geschenkt, haben, da-mit die Fremden, die von aus-wärts auch zu ihnen kämen, dortVergnügen und Fröhlichkeit fin-den könnten. So wurde denn diesPrato vor der Porta Camollia an-gelegt. Solch ein Pratum mußziemlich umfangreich gewesensein, da dort Jahrmärkte, Muste-rungen und Pferdemärkte abge-halten wurden 82 . Wie der Name schon zeigt, waren es wohl meist große Wiesen-flächen, die schattige Baumalleen durchzogen, doch auch an anderen Schmuck-anlagen kann es nicht gefehlt haben; die Florentiner beschlossen 1297, in ihremPratum einen künstlichen See anzulegen. Das Prato della Valle in Padua ist wahr-scheinlich in seiner ganzen heutigen Ausdehnung eine solche Bürgerwiese gewesen.Der Schmuckplatz im Zentrum erhielt jedoch erst im Jahre 1770 seine heutige Ge-stalt; in jener neoklassizistischen Zeit gab man ihm bewußt die vollkommene Gestalteines Ovals nach dem Vorbilde des Kolosseums. Durch den umlaufenden GrabenEuripos", der durch vier Brücken überspannt ist, erinnert das baumbestandeneInnere, das wie die Brücken mit Statuen geschmückt ist, an die Schilderung derspartanischen Platanistas. Auch im Madrider Prado sowie dem Wiener Praterj sind in