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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Einfluß des Morgenlandes

6. KAP.

erstaunlichen Aufschwung brachte. Wir treten in das Zeitalter der Kreuzzüge ein; diefrommen Scharen sehen im fernen Osten Gärten von einer Pracht, von der sie auch inMärchenträumen niemals eine Vorstellung haben konnten. Die Dichter horchten auf,und seit dem XII. Jahrhundert beginnt man von den Wundern des Morgenlandes zusingen, das nun ein Lieblingsschauplatz für die Aventüre des fahrenden Ritters wird.Gerne sucht man sich dabei eine Vorstellung von den fernen Gärten zu machen, undanmutig klingt die Schilderung im Herzog Ernst:

beiseit gingen sie zu talin eynen garten bie dem sal,der hatte völligen räum,darynne stund manig tzederbaummit eßten laubes riche

mer noch funden die jungenzwey wesserlin entsprungen,die durch die bürg flössenund nach willen sich ergossen,als der eyn meister het erdacht,der das mit kunst hett zubracht.

ein bad funden sie allda

gar lutter und reyne,

von grünen mermelsteine,

wol ußgemurret und obirtzogen

mit fünfzig hohen swybogen ;

die borne waren geleitet darin

mit silberinen roren.

das wasser den butschen vilin rynnen gut von silber gros,das es in der bürg alumb flos,die recht und auch die krumme,in all der bürg alumme.darynnen waren alle wegevon wissem mermel, alle stegeda man solde gen, bereitet" 55 .

Was man aber hier noch schüchtern genug, und deutlich aus dem heimischen Anschauungs-kreis heraus, schildert, nur zum Schmuck Zedernbäume und Edelmetall und Marmorhinzufügend, das gaben in weit reicheren Farben und Bildern tatsächlich die Berichte derGesandten, die als Augenzeugen die innere Pracht der Kalifenwohnungen, die sonst denAugen der Fremden ängstlich verborgen blieben, schildern durften. Schon einmal, unterKarl dem Großen, hatte der orientalische, mindestens byzantinische Einfluß deutlicheSpuren in seiner Aachener Bautätigkeit hinterlassen. Der Pinienzapfen, der ursprünglichden Platz vor der kaiserlichen Pfalz in Aachen schmückte und der aus seinen Blätter-spitzen Wasser spritzte, war eine unmittelbare Nachbildung des gleichen Brunnensim Kaiserpalast in Byzanz. Seinen freundschaftlichen Beziehungen zum KalifenHarun-al-Rashid verdankte Karl seltene Nutzpflanzen, die er in dem Garten, der nebendem Hofe seiner Pfalz lag, zuerst akklimatisierte und dann in seinem Capitulare