6. KAP.
Tiergärten
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Abb. 138Gartenhauseines Gelehrten,Miniatur
Bei fürstlichen Schlössern wurden die Baumgärten schon früh mächtig groß angelegt.In „Mai und Beaflore" läßt der Fürst ein Bankett für eine große Menschenmenge an-richten.
„Ein Boumgarten litvil nach rosseloufes witunter der burc. Da wurden insedel macht üf den sindaz arme und richeda azen alle gliche" 51 .
Oft war dieser Baumgarten vor der Burg zugleich Tiergarten: „Unter dem Haupt-marmorturm liegt ein prächtiger Baumgarten, ganz umschlossen von Mauern, wo haupt-sächlich wilde Tiere sind", berichtet Guillaume de Palerne 52 . Frühe schon sichert derAdel sich seine Jagd dadurch, daß er große Gebiete als Jagdparks mit hohen Mauernumschloß. So erzählt Hartmann von der Aue im „Erec":
Es hat der König um den SeeWohl zwei Morgen oder mehdes Waldes eingefangenund mit Mauern umgangen"5 3.
Und daß dies nicht nurwilder Wald blieb, beweistdie weitere Schilderung: erwar in drei Teile geschie-den für verschiedene Artendes Wildes, und ein wohl-bestelltes Jagdhaus ließ derKönig erbauen, um vondort mit den Frauen der J agdzuzuschauen. Und gleich-zeitig schildert Ragewin dasKönigshaus, das FriedrichBarbarossa um 1161 beiKaiserslautern errichtete,es war aus rotem Stein undmit nicht geringer Prachtausgestattet:,, Auf der einenSeite ist es mit starkenMauern umgangen, auf derandern umfließt es einFischteich, nach Art einesSees, wo Fisch und Geflü-gel gezogen werden, köstlich zum Anschauen und für den Geschmack. Daran grenztder Tierpark mit einer Menge Hirsche und Rehe" 54 .
Einen großen, bedeutsamen Schritt vorwärts hatte die Gartenkunst im XII . J ahrhundertgemacht, diesem Jahrhundert, das dem ganzen geistigen Leben des Okzidents einen so