198
Labyrinth
6. KAP.
Abb. 136
Rosenlaube,
aus Roman
de la Rose.
Vläm. Ms.
Brit. Mus.
Phot
der Kirchen wurde sie in Stein eingelegt und zu Bußgängen benutzt. Doch wann man,wie gesagt, angefangen hat, solche Figuren im Garten anzulegen, d. h. die Liniendurch übermannshohe Hecken oder bewachsene Spaliere zu ersetzen, so daß die
Gänge, den darin Wandernden ver-wirrend, keinen Überblick mehrgestatten und daher den NamenIrrgarten verdienen, hüllt sich inDunkel 48 . Erst unter Heinrich II.von England hören wir, daß dasWaldversteck von Woodstock, indas der König seine schöne Ge-liebte Rosamund barg, Labyrinthgenannt wurde, doch sprechen diefrühesten, aus dem XIV. Jahr-hundert stammenden Quellen nurvon einem „Haus des Dädalus",wo der König sie verborgenhielt 49 . Indes kann um jeneZeit das Gartenlabyrinth nichtmehr unbekannt gewesen sein.Als sich im Frühling 1431 derenglische Gesandte Bedford denGarten des Hotel des Tournellesin Paris neu bepflanzen ließ, mußte er, um sich Platz für seine große Ulmen-pflanzung zu schaffen, „die Hecken eines Labyrinthes, das Haus des Dädalos ge-nannt, ausreißen lassen" 50 . Später durfte ein Labyrinth in keinem größeren Gartenfehlen, in der Zeichnung des Grundplanes hielt man sehr lange an der antikenund frühchristlichen Vorlage fest.
Abb. 137
Gartenlaube als
Speisezimmer.
Aus einem
Teppich im
South-
Kensinglon
Museum
LS*. W^
Phot.
£??» -'^SiStaßS
._j*S