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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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180
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,, Paradies'

6. KAP.

aber zeigt das antike Kloster auf dem Forum. Haus und Tempel der Vestalinnen, eineso große Ähnlichkeit der Gruppierung mit den christlichen Anlagen, daß wohl das Be-dürfnis des von der Welt abgeschlossenen Zusammenwohnens einer Ordenskongrega-tion weder im Altertum noch im Mittelalter eine bessere Lösung hat finden können, sosehr sich auch sonst die Lebensweise der vornehmen Vestapriesterinnen von der derarmen Mönche früher Observanz unterscheiden mochte. Aus der Portikus der antikenBasilika ist auch die Vorhalle der frühchristlichen Basilika entstanden, die bald Paradies,

Abb. 122

Paradies an der

Klosterkirche

von

Maria Laach

Phot.

bald Atrium genannt wird. Sie erscheint in sehr verschiedener Gestalt überliefert, baldals gedeckte, ja mit einem Obergeschoß versehene Halle, bald als offener Säulen-hof. Wir können hier eine mit der Wandlung der Bedeutung des griechischenXystus analoge Entwicklung dieser Bezeichnung sehen. Daß die römischen Portikus-gärten in byzantinischer Zeit von den großen Jagdparks der Perser den NamenParadies übernommen hatten, sahen wir mannigfach bestätigt. So benannte man auchin den christlichen Basiliken den offenen Säulenhof davor, in dem sich die Büßer auf-halten mußten, ehe siein ecclesiam" aufgenommen wurden, Paradies. Später wurde diegedeckte Vorhalle, die dem gleichen Zwecke diente und die auch Asylrecht bot, nach demGarten ebenfalls Paradies genannt. An diese letzte Benennung scheint sich das soge-nannte Adamsaustreiben in Halberstadt angeschlossen zu haben: es war eine volks-tümliche Feier, die Vertreibung des ersten Menschen aus dem Garten Eden darstellend,