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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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5. KAP.

Generalife

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lieh ist hier eine kostbare, üppige Vegetation von reich duftenden Blumen und Ge-sträuch zu ergänzen, die von seltenen Vögeln und anderem Getier belebt war. ImLöwenhof (Abb. 109) fehlen heute die Pflanzen ganz; auch hier werden um denprächtigen Schalenbrunnen in den vier durch die Hauptwege umgrenzten QuadratenPflanzen als Schmuck gestanden haben, entweder in großen Kübeln oder in ein-zelnen zwischen der Pflasterung ausgesparten Beeten. Die anderen Höfe sind in derRenaissance alle stark umgestaltet worden, höchstens gibt die Bepflanzung deskleinen Patio de Daraxa (Lindaraja) trotz des jüngeren Umbaues noch das alte Bild(Abb. 110).

Über dem Residenzschloß aber liegt fünfzig Meter höher als der Alhambrahügel dasreizende kleine Lustschloß der Herrscher von Granada: Generalife. Sein Bau, wahr-scheinlich aus der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts, gehört einer späten Zeit derarabischen Kultur an. Im Jahre 1526 besuchte es der edle Venetianer Navagero; da-mals war die arabische Herrlichkeit auch in ihrem letzten Bollwerk in Granada schonüber ein Menschenalter zu Grabe getragen. Er sah Schloß und Gärten schon verfallen,aber nach den unbestimmten, in phantastischen Eindrücken und Empfindungen schwel-genden Berichten der Araber tritt uns hier ein mit italienischer Anschaulichkeit ge-faßtes Bild entgegen.Man verläßt", berichtet Navagero 44 ,die Umfassungsmauern derAlhambra durch eine Hintertüre und tritt in den sehr schönen Garten eines höher gelege-nen Lustschlosses. Dieses Schloß ist, wenn auch nicht sehr groß, doch ein vortrefflicherBau mit wundervollen Gärten und Wasserwerken, das schönste, was ich in Spanien ge-

Abb. 108Alhambra,Granada,Myrtenhof

mm Phot.

11 Gothein, Gartenkunst I