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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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4. KAP.

Villa bei Wittlich Welschbillig

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Ausgrabungen der Villen auch hier weder Interesse noch Zeit gehabt, auf das ringsumgebaute Gartenland acht zu geben, doch der Grundriß dieser prächtigen Villa kann alseine Art von Gerüst dienen, um mit Hilfe der Schilderung des Plinius die blühendenGärten darum anlegen zu können.

Keine der am Rhein ausgegrabenen Villen kann sich dieser an Größe und Ausdeh-nung gleichstellen; außer den auch hier meist dreiflügeligen Villen zeigt eine jüngst aus-gegrabene in Wittlich 157 (Abb. 96) eine leicht geschwungene Fassadenportikus, der nachdem Berge zu eine gleiche parallel verlaufende entspricht. Diese beiden Portikus ver-binden die uns schon bekannten drei Baukomplexe der Bäder, Repräsentationsräumeund eigentlichen Wohnräume, die um zwei Binnenhöfe, deren Bewässerungsanlagen deut-lich auf Bepflanzung deuten, gruppiert sind. Der Fluß, der in verändertem Bette jetztbis dicht an die Fassade tritt, hindert die Einsicht, ob je ein Xystus vor der Fassade lag.

Auch nach Britannien herüber trug der Römer seine Gewohnheit des Villenlebens;Faustinus, ein Römer, besaß daheim eine Villa in Neapel und baute sich eine Burg in,

Abb. 96Villa beiWittlich

51 Nach A. Eberle

Suffolk 158 . Auch hier finden wir besonders den dreiflügeligen Typus. Ein gutes Beispielist die Villa in Spoonley, die einen dem nördlichen Klima angepaßten Bau repräsentiert.Die dreigliedrige Portikus ist hier zu einer Veranda geworden, während die vierte sonstoffene Seite durch eine hochgeführte Mauer abgeschlossen ist. Vom Eingangstor zum.Mittelbau leitet ein gepflasterter Steg, zu beiden Seiten war jedenfalls ein Vorgarten.Die römische offene Villa hat sich hier zu nordischer Geschlossenheit entwickelt.

Ein glücklicher Zufall hat in einer der rheinischen Villen ein Stück eigentlicher Garten-architektur erhalten in dem großen Bassin zu Welschbillig 159 (Abb. 97), das in seiner Aus-dehnung von 58 m Länge und 18 m Breite inmitten eines Parkes gelegen war, der nachder Eleganz dieser einen Piscina von Bedeutung gewesen sein muß. Das Bassin war fürWasserfahrten gedacht. Eine Mauer, an deren Enden Springbrunnen angebracht warenund die natürlich vom Wasserspiegel bedeckt war, zeigt die Fahrrinne an. Das Oblongdes Beckens hat am Rande 6 Ausbuchtungen und war mit einem Geländer von eleganterArbeit umgeben. Als schönster Schmuck aber sind darauf in gleichen Abständen 112 Her-men angebracht gewesen, die, dem Bassin zugewandt, von dort aus betrachtet werdensollten und sich wirksam von dem Grün der Hecken abhoben, die man sich dahintergepflanzt denken muß.

Alles, was die Römer an Gartenkunst und Pflege in diese Provinzen getragen haben,mußte wieder untergehen, als sie gezwungen waren, ihre Truppen vor dem Ansturm der