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Villa bei Teting
4. KAP.
die imposante, dreiflügelige Fassade nach Südost, davor breitet sich ein mächtiger, 88 mbreiter und 60 m tiefer Hofraum, der als reich bepflanzter Garten dem Gebäude da-hinter erst seinen vollen Glanz verliehen hat. Wieweit sich dieser Garten noch davorausgedehnt hat, läßt sich nicht bestimmen. Der Mittelbau wird durch eine mächtige,44 m breite Exedra gebildet, eine Ausdehnung, die auch für Italien höchst imposantzu nennen wäre, sie wird von beiden Seiten durch zwei halbkreisförmige Zimmer,sogenannte kyzikenische, flankiert. Die Exedra wurde durch eine Säulenhalle ge-
Abb. 95
Villa bei Teting,
Grundplan
Nach Grenier
bildet, der eine Art von 2,50 m breiter Estrade oder Terrasse vorliegt, wahrscheinlicheine doppelte Portikus, hinter der man in einen großen, mit einer Apsis versehenen Saaltrat. Es scheint nach den bisherigen Ausgrabungen, als wenn hinter der Exedra nurwenige Räume lagen. Die eigentlichen Wohnräume befinden sich im östlichen Flü-gel, dem eine Säulenhalle vorliegt, die sich auch noch um die Schmalseite zieht. Derwestliche Flügel enthält die Bäder. Nördlich davor, mit diesem Flügel in keiner Ver-bindung, liegt eine Diaeta mit mehreren Zimmern; noch weiter nördlich zieht sich einePortikus mit kreuzförmigem Abschluß hin. Von hier endlich läuft, im rechten Winkelabzweigend, eine 53 m lange Portikus, an deren Ende wieder eine kleine Diaeta ange-schlossen ist. Wem kämen nicht unmittelbar die Schilderungen des Plinius in den Sinn,besonders die Portikus in seinem Laurentinum mit dem veilchenduftenden Garten da-vor und dem Lieblingsgartenhause am Ende derselben ? Noch hat man bisher bei den