4. KAP.
Villa zu Ruhling
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tationsräume, von den Seitenflügeln der eine die intimen Wohn- und Schlafräume, derandere die Bäder enthält. Wenn irgend möglich, wählte man sich einen nach Südengeneigten Hügel; eine Reihe von getrennten Gebäudespuren, die häufig diesen Hauptbauumgeben, zeigen, daß man auch hier im Norden der gelösten Bauweise nicht abholdwar. Vor allem aber wurde die villa rustica gerne abseits der Herrenvilla erbaut. Einanschauliches Beispiel bietet die Villa zu Ruhling 154 (Abb. 94), die nach Südosten offenePortikus des Mittelbaus wird von dem Wohn- und Bäderflügel in stumpfem Winkelbegrenzt. Hiervor war sicher ein Xystus angelegt. Um die mehr in die Breite als Tiefeentfalteten Hauptgebäude lagern sich mehrere Dependancen, die natürlich auch
Abb. 94Villa beiRuhling
Nach Grenier
durch Parkanlagen wie im Laurentinum des Plinius verbunden waren. Einen ganz eigen-tümlichen Grundriß zeigt die Villa zu Ulrich 155 : der große geschlossene Baukomplex er-innert mehr an eine villa suburbana als an ein Landhaus. Nach den Ausgrabungsberichtensoll der Haupteingang, der auf einem Bergabsatz von Osten nach Westen sich erstrecken-den Villa östlich nach einem offenen Hofe ohne Portikus liegen. Den eigentlichen Blickauf die Villa aber hatte man von dem nördlichen Tal, und hier war ihr auf dem Absatzeine lange Portikus vorgelagert, von der aus man die eigentliche Aussicht genoß. DerBäderflügel liegt auf einer tieferen Terrasse. Außer dem Hofe erstreckte sich hinterdieser Portikus ein großes Peristyl, jedenfalls als Ziergarten gedacht, auch südlich nachder Bergseite lag eine Säulenhalle. Die eigentlichen Gärten und der Park werden sichöstlich und westlich vom Peristyl und Hof erstreckt haben. Im ganzen Lageplan hatdiese Villa einige Ähnlichkeit mit der Renaissancevilla Villa Madama am Monte Mariobei Rom. Ein gelöstes Bauwerk, wahrscheinlich die villa rustica, ist auch hier auf-gedeckt worden.
Die merkwürdigste aber dieser Villen im Moselgebiete ist die zu Teting gefundene 156(Abb. 95). Sie ist eine der größten diesseits der Alpen, gewiß ein Herrensitz, dessen sichkeiner der römischen Großen zu schämen gebraucht hätte. In herrlichster Lage öffnet sich