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A frikanische Villen
4. KAP.
weiter sich die Grenzen des römischen Reiches ausdehnten, je mehr die Großen wenig-stens einen Teil ihres Lebens außerhalb Italiens in den Provinzen zubringen mußten,um so mehr verbreitete sich der Luxus prächtiger Landsitze. Gerade in den Provinzen,wo die Lockung, die Hauptzeit des Jahres in Rom zuzubringen, fortfiel und die Römergezwungen waren, weit ausschließlicher auf dem Lande zu leben, suchte man sich alsEntschädigung seine Umgebung mit großräumiger Pracht zu gestalten. Der Reichtum,der sich in einzelnen Händen gerade im Landbesitz anhäufte, war enorm. Von Nord-afrika heißt es 149 , daß 6 Besitzer die Hälfte des ganzen römischen Gebietes besessenhätten. Kein Wunder, wenn das den Neid und die Habsucht der Machthaber inder Heimat erweckte. Wir hören von einem Julius Calidus, der wegen seiner enormenBesitzungen in Nordafrika auf die Proskriptionsliste kam 150 . Daß diese großen Herren
Abb. 91Afrikanisch-römische Villa,Mosaik aus denBädern desPompejanus
Museumvon Alaoui
sich sehr kostspielige Landsitze bauten, versteht sich von selbst. In erster Liniescheinen sie sich gewaltige Jagdparks geleistet und neben der Jagd besonders derPferdezucht und dem Rennsport gehuldigt zu haben. Allerdings wissen wir nochäußerst wenig davon. Noch keine Villa ist wirklich ausgegraben, und unsere Kenntnisdes Landlebens der afrikanischen Römer beschränkt sich in erster Linie auf eineReihe von Mosaiken 151 . Das Lieblingsthema der Darstellung ist die Jagd, und nichtselten ist inmitten des Parkes die Villa dargestellt, wie auf dem großen Jagdmosaik aus denBädern des Pompejanus. Das Haus, das sich dort erhebt (Abb. 91), sieht einer Früh-renaissancevilla ähnlicher als einem römischen Landsitze mit gelösten Baugliedern: Eingroßer Baukomplex ist von ragenden Türmen flankiert, dahinter deuten Bäume ver-schiedenster Art den Park an. Es handelt sich auch hier, wie gesagt, um andereVerhältnisse; die Villa bildet das Zentrum eines großen Grundbesitzes; sie muß oft demBesitzer und seiner Klientel als fester Zufluchtsort gegen die wilden umherwogen-den Berberstämme dienen. In diesen nach außen geschlossenen, oft mit Zinnenund mit Türmen versehenen Häusern muß man an Verhältnisse denken, wie sie einstdie Scipionenvilla in Italien zeitigte. Um so größer waren Pracht und Reichtum im
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