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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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4. KAP.

Römische Dachgärten

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Blumen, Sträucher, Weinlauben, ja Bäume pflanzte 144 .Auf hohen Türmen legt manFruchtgärten und Bosketts an, die dort Wurzel schlagen, wo ihre Gipfel aufragensollten" 145 , ja selbst Fischteiche belebten den Garten. Auf einer Treppe von 200 Stufensteigt man wohl zu solch hochgelegenem Solarium empor.

Gerade in künstlicher Blumenzucht hat Rom in späteren Zeiten größten Luxus ge-trieben. Rosen und Lilien werden im Winter mit künstlicher Wärme zum Blühen ge-bracht 146 . Rom brauchte jetzt die Einfuhr von Ägypten nicht mehr, es übertraf in derPracht seiner winterlichen Rosen das Nilland. In den Gewächshäusern, die mitFensterglimmer geschützt waren, zog man auch künstlich Weintrauben 147 . Überall aber,besonders in der Campagna, waren große Handelsgärten angelegt worden, die haupt-

Abb. 90Villa mitGartenschimick,Fresco ausBosco reale

Nach Sambon

sächlich Blumen für den Bedarf der Großstadt pflegten. In Pompeji ist eine kleineHandelsgärtnerei aufgedeckt mit einer ganzen Reihe von Tonscherben, in denen wahr-scheinlich die Sämlinge gezogen wurden.

Auf den Dächern der Hauptstadt erblühten wunderbare Gärten, im Winter boten dieMärkte herrlichen Blumenschmuck, kein Wunder, daß die Kaiser im Wetteifer mithellenistischer Prachtliebe auch dem unfruchtbaren Meere Gärten aufzwangen. WieHieron erbaute sich Caligula ein Schiff mit 10 Reihen von Ruderbänken überein-ander, die mit Edelsteinen besetzt waren. Buntfarbige Segel wehten von den Masten,große Bäder, Säulenhallen und Speisesäle waren auf dem Deck, Weinstöcke und Obst-bäume waren darauf in Menge gepflanzt. Unter diesen lagerte sich der Kaiser und fuhrmit schallender Musik die Küste Campaniens entlang 148 .

Die Gartenkunst der Römer hat in den ersten Jahrhunderten der Kaiserzeit eine Höheerreicht, wie sie nicht mehr zu überschreiten war. Nichts schien dem Mächtigen des Welt-reiches unausführbar. Natürlich beschränkte sich dies nicht auf Italien, im Gegenteil, je

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