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Villa des Hadrian, Tivoli
4. KAP.
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in Rom. Dieser Raum mit seinen Brunnennischen muß ganz von Wasser durchrauschtgewesen sein, darauf weist auch die Ausschmückung mit Friesen von Putten, die auffabelhaften Seetieren reiten. Eine Reihe von seitlich gruppierten Gemächern öffnetsich größtenteils auf diesen Mittelraum. Der große Hof, von einer Doppelportikusumgeben, wird rechts und links noch von einem gedeckten Gang flankiert. DiesesPeristyl wird als Ziergarten auf das reichste mit Blumen und Bosketts geschmückt gewesensein. Die ganze Länge durchschnitt ein Bassin, das zu beiden Seiten mit Hermen besetztwar. Am nördlichen Ende des Hofes entspricht dem Kuppelsaal ein ebenfalls vielfachgeschweiftes, mit Nischen und Brunnen versehenes Vestibül mit zwei kleinen Neben-gemächern. Sicher sind dies nicht die Privatgemächer des Kaisers 129 , sondern Hallenund Gärten, in denen heitere Feste gefeiert worden waren.
östlich schließt sich hieran, doch wieder nicht mehr organisch verbunden, eine un-regelmäßige Garten terrasse, die sich über einer Seite des sogenannten Tals Tempe erhebt.Nur ganz unbedeutende seitliche Treppen führen in eine darunter liegende Zimmer-flucht. An der anderen Seite erhebt sich eine gewaltige Exedra mit"einer Säulenportikusdavor. Auf der tieferen Terrasse darunter sind Spuren eines mächtigen Bassins, keineVerbindung aber führt von hier hinunter, nur die Aussicht in das Tal ist besondersreich und schön. Diese Stelle hätte zu einer Treppenanlage verlocken müssen, wennman damals in den Gärten Wert darauf gelegt hätte. Die Aussicht in das Tal Tempewird auch noch durch einen Pavillon (13) vermittelt, der am nördlichen Ende der Ter-rasse, die sich hier schon vor die zweite Gebäudegruppe lagert, errichtet ist.
Es würde für unsern Zweck zu weit gehen, alle einzelnen Gruppen zu besprechen. Mitähnlichen Zügen sehen wir doch immer wieder das gleiche Bild: eine Reihe von Zimmerngruppiert sich um einen größeren oder kleineren Hof, ohne in ihrer Selbständigkeit be-sondere Rücksicht auf die Nachbargruppe zu nehmen. Die Exedra, mit Brunnennischenoder Statuen geschmückt, herrscht vor, seltener tritt dafür ein rechteckiges Nischen-zimmer ein, wie in der eigenartigen kleinen Anlage in der nördlichen Gruppe (nebendem Triklinium 13): Das Nischenzimmer öffnet sich auf ein zierliches Peristyl mitBassin und Blumenbeeten. Dieses liegt über einer dämmerigen Kryptoportikus, derenRäume nur von oben etwas Licht erhalten, aber so reiche feine Spuren von Grotten werkund Mosaik bewahren, daß sie, wie das Gartenzimmer der Livia, als Aufenthalt in heißerZeit gedient haben müssen. So ähnlich war wohl auch die „cryptoporticussubterranea"in der tuscischen Villa des Plinius, die er mit den Worten schildert: „Sie schließt dieKühle in sich und zufrieden mit ihrer eigenen Atmosphäre wünscht sie die Luft vondraußen weder, noch läßt sie sie zu" 130 .
Überall, wohin wir blicken, ist der größte Wert auf das Wasser gelegt, in Gärten undInnenräumen, ja in Sälen sehen wir es in Fischteichen, Brunnen, Springbrunnen gefaßt.Eine besonders geistvolle Wasseranlage liegt in der nördlichen Gruppe des Hauptpalastes,neben einem der großen Prunksäle (Abb. 80, s. Plan 18). Wieder ist eine Exedra mit einerSäulenhalle davor als Eingang benützt; die Säulenstellungen müssen wie bei der Poi-kile zweistöckig gewesen sein, um die Höhe der Exedra zu erreichen. Vor dieser Halleliegt ein ebenes Terrain mit zwei runden Wasserbassins, jedenfalls mit Springbrunnendarin und mit Blumenbeeten verziert. Auf der gegenüberliegenden Seite steigt dasTerrain amphitheatralisch in Treppen auf, höchstwahrscheinlich war dies eine Wasser-treppe, über die das Wasser herabstürzte in ein Bassin, das sich in ganzer Breite davor