4. KAP.
Das Atrium-Haus, Pompeji
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lagert. Dem von der Exedra Eintretenden muß diese herabstürzende Wassermasse mitSpringbrunnen davor, von Blumen und Grün umgeben, ein höchst reizvolles Bild ge-boten haben. Xymphäum nannte Ligorio diesen Raum, mehr dem Renaissanceempfin-den nach, wo man jeden wasserdurchströmten Raum so benannte, während diese Wasser-anlage der Villa des Hadrian ein, wenn auch nur teilweise, bedeckter Binnenraum imPalaste ist. Um aber die Anlagen dieser gewaltigen Gartenhöfe der Kaiservillen an-schaulich zu begreifen, müssen wir uns noch einmal den Anfängen ihrer Entwick-lung zuwenden.
Das alt-italische Haus hat im Prinzip in seinem Innern keine Gelegenheit zu einerGartenentfaltung. Das Atrium, das den Kernpunkt bildet, um den sich die Wohnräume
Abb. 80
Villa desHadrian,Nymphäitm
NachWinnefeld
gruppieren, ist ein überdachter, gepflasterter Hof mit einer breiten Oberlichtöffnung,der auf dem Boden die Piscina, das Impluvium, entspricht, um das Regenwasser auf-zunehmen. Eine wirkliche Gartenanlage ist hier, wie gesagt, ausgeschlossen, man halfsich höchstens damit, Blumenkästen um das Impluvium aufzustellen oder sie rings-herum zu mauern, wie die eigenartige Anlage des Atriums in einem afrikanischen Hausein Timgad 131 (Abb. 81) zeigt. Die gemauerten Kästen in ihrer zierlich ausgeschweiftenForm wurden mit Erde ausgefüllt und Blumen und Schlingpflanzen darein gepflanzt.Doch ist diese ganze Anlage nicht nur eine einzelne Erscheinung, sondern steht schon auf derGrenze zwischen Peristylund Atrium. Im italischen Hause half man sich, wie einige ältereHäuser in Pompeji zeigen 132 , dadurch, daß man an der hinteren Umfassungsmauer einenschmalen Streifen für Pflanzen aufsparte, auf den sich dann eine Portikus öffnet. ImHause des Sallust in Pompeji, wo mit dem Atriumhause später noch eine kleine Peristyl-wohnung verbunden wurde, nimmt der Garten zwei schmale Streifen des hinteren,durch eine hohe Mauer begrenzten Terrains ein. Eine fast ebenso breite Portikus öffnet