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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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4. KAP.

Villa des Hadrian, Tivoli

Iig

bleibt eine Frage offen, wie waren die riesigen Mauerflächen geschmückt ? Es ist dochwohl wahrscheinlich, daß sie mit Gemälden bedeckt gewesen sind und daher der NamePoikile nicht als so ganz falsch abzuweisen ist. Zweifellos auch eine Gartenanlage wardas sogenannte Kanopos(Xr. 27). Man gab ihm diesen Namen schon in der Renaissance, dasich dort eine Menge ägyptischer Statuen befunden haben, sonst hat es freilich mit demüppigen Badeort bei Alexandria, der häufig mitBajä verglichen worden ist, noch weni-ger Ähnlichkeit, als die Poikile mit ihrem athenischen Vorbild. Südlich von dem Hippo-drom, ziemlich tief auf den beiden Seiten in den Talboden geschnitten, liegt eine mäch-tige Exedra, die größte dieser Bauten, die der Kaiser in seiner Villa sehr liebte. Die

so

Abb. 77Villa desHadrian, dieMauer der sog.Poikile

Nach Gusman

Exedra ist durch eine Fülle von Nischen, die alle Fontänen beherbergt haben, geglie-dert. Ein schmaler Gang dahinter hat jedenfalls als Zuleitung von einem Wasser-reservoir gedient; zu beiden Seiten dieser Exedra gruppieren sich noch einige Ge-mächer. Eine kleine Terrasse führt auf den Talboden herab, der rechts und links vonheute verschwundenen Korridoren eingefaßt war, die, wie Piranesi berichtet, stufen-weise sich herabsenkten. Ob dazwischen ein großes Bassin gewesen ist, läßt der Zu-stand der Ausgrabung nicht bestimmen. Das erstere würde den Namen Canopos etwasmehr rechtfertigen, da die Fahrten auf dem See an den Badeort hätten erinnernkönnen.

Ein seltsames Gebäude, das sich an die nordöstliche Ecke des Hippodroms anlegt,wird auch, ohne daß es große Möglichkeit für deren Anpflanzung bietet, zur Garten-architektur gerechnet werden müssen: das sogenannte Natatorium (Abb.78). Es ist ein