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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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111
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4. KAP.

Das Laurentinum des jüngeren Plinius

III

lieh zierlichen Blumenbeeten, um die halbmondförmigen Brunnen herum gehabt haben.In der Mitte war jedenfalls auch ein freier Platz, der ebenso wie die Nischen in derMauer und später die Portikus mit Statuen geschmückt war, wie dies verschiedeneFunde bestätigen. An der südlichen, abgerundeten Schmalseite befindet sich ein Bau,der 2 m höher gelegen ist als der Hippodrom und aus dem Treppen hinabführen. Erwürde Plinius' Pavillon entsprechen, nur daß er dem städtischen Charakter entsprechendnicht so im Grünen verborgen ist. Ob die gewaltige Exedra, die sich an der östlichenLangseite erhebt, zu dem flavischen Bau gehört, ist ungewiß; daß man gerade Exedrenin Gärten sehr liebte, und daß sie vielleicht auch schon den Gymnasienanlagen ent-stammten, darauf weist die Nachricht, daß auch Piatos Privatgarten eine Exedrahatte. Hier bei dem Palatinischen Hippodrom ist sie organisch in den Grundplanhineingezogen. Genau in der Mitte des Gartens überragt sie ihn gewaltig, so daß sievon ihrer Terrasse der kaiserlichen Familie einen Blick über den Garten und darüberhinaus eine weite Aussicht gestattete. Sonst ist der Zusammenhang dieses Gartensmit dem Hauptgebäude hier wie bei Plinius ein höchst lockerer, auch er liegt aufeiner Seite des Palastes, von diesem nur durch eine kleine Pforte erreichbar. Vonirgendeiner Gemeinsamkeit der Gesamtheit von Haus und Garten ist bei denRömern keine Rede und bei der Art ihrer Bebauung in gelösten Gruppen auch fastausgeschlossen. Höchstens, daß jede einzelne mit dem Xystos ein geschlossenesGanzes bildet.

Eine andere ähnliche Art Gartenanlage werden wir noch in der Villa des Hadriankennen lernen. Daß man daneben sowohl die Hippodrome, wie auch andere agonalePlätze, auch noch für ihre ursprüngliche Bestimmung benutzt hat, ist gerade in dieserZeit, in der man auch in Rom sich gerne im griechischen Wettspiel übte, sehr erklärlich.So berichtet Martial in einem Garten, in dem er Platanen und Lorbeerbosketts,die Portikus und das tönende, stürzende Wasser preist, auch von einem Hippodrom,in demder flüchtige Huf staubaufwirbelnd erklingt" 109 . Auch Plinius erwähnt inseiner zweiten Villa, dem Laurentinum, einen Raum, den erdas Gymnasium derMeinen" 110 nennt. Es liegt vor der dem Meere zugewandten Hauptfront des Hauses ineinem Winkel, der durch vorspringende Gebäudeteile geschützt ist und kann nichtsweiter als ein Spielplatz ohne Gartenanlage sein.

Diese zweite Villa des Plinius ist ein von dem toskanischen ganz verschiedener Typus.Sie ist am Meere gelegen, in der Nähe von Rom, so daß der Besitzer sie noch am Abendnach seinem römischen Geschäftstage erreichen kann. Wir finden in ihr einen Mischtypusvon villa rustica und villa urbana. Die Gebäude sind so angeordnet, daß alles, was zumWirtschaftsgebrauch nötig ist, nach der Landseite liegt, während die Hauptwohn-gebäude sich dem Meere zukehren. Plinius nennt die Villa zum Nutzen sehr geeignet,ohne kostspielige Unterhaltungskosten. Er hatte hier weder einen großen, ausgedehntenPark, noch einen reichen Ziergarten zu unterhalten. Ein Xystus ist freilich auch da,aber er wird nur alsveilchendurchduftet" erwähnt, war also höchstwahrscheinlich eineinfaches Blumenparterre, das einer Portikus nach dem Meere zu vorgelagert ist. Por-tikus und Xystus sind aber auch hier notwendig vereinigt. Von Terrassen kann an demebenen Meeresstrand natürlich nicht die Rede sein. Die zierliche Buchseinfassung müs-sen wir in diesem Xystus auch missen, da Plinius schon von dem hinter der Portikusliegenden Baumgarten sagt, daß seine Wege nur dort von Buchs eingefaßt werden können,