4. KAP.
Grabmal des Augustus
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tete 41 . Die herrlichen Kunstwerke, die hier aufgestellt waren, hebt Strabo bei seiner kurzenBeschreibung Roms besonders hervor 42 . So ähnlich werden wohl die zahlreichen Garten-portikus, die uns für Rom bezeugt sind, alle zu denken sein. Die ganze Form der Anlageist nach rein griechischen Vorbildern entstanden; in dieser Gestalt waren die Märkteder Städte geschmückt, bei Theatern und Gymnasien waren sie angelegt. In helleni-stischen Städten müssen sie ähnliche Verbreitung gefunden haben, wie in Rom undüberall dem gleichen Zweck der öffentlichen Lustbarkeit und Erholung gedient haben.In ihnen tummelte sich das Volk, dort gab sich die vornehme Welt der Hauptstadt ihrStelldichein. Ovid 43 nennt unter den beliebtesten Spaziergängen der jeunesse doreeneben der Portikus der Livia die Portikus Vipsania, die die Schwester Agrippas an dervia lata, dem heutigen Korso, innerhalb eines großen Campus, der zu gymnastischenSpielen bestimmt war, angelegt hatte. Zwei andere, bei der vornehmen Welt beliebte,
Abb. 59Grabmal desAugustus zurZeit derRenaissance,Rom
Stich vonScaichi
die Portikus der Oktavia und die Pomejana, lagen südwestlich im Campus Martius. Aberauch die Tempelbezirke waren mit Anlagen versehen. Neben den Portikus nennt Ovidden heiligen Hain des Apollotempels, den Augustus auf dem Palatin angelegt hatte undder auch zu recht unheiligen Rendezvous benutzt wurde. Im Nordosten der Stadt hattezwischen der flaminischen Straße, der nordwestlichen Fortsetzung der via lata, unddem Tiber Augustus schon zu Lebzeiten sein Grabmal erbauen lassen 44 . Es hatte einenUnterbau aus weißem Stein, dessen Mauerkern sich bis heute erhalten hat 45 . Hierinwaren wohl die Grabkammern; darüber erhob sich ein Tumulus, der spitz zulief und aufseiner Höhe das Standbild des Kaisers trug. Da dieser Tumulus von immergrünen Bäu-men bewachsen war, so muß er aufgemauert gewesen sein und stufenförmig oder wahr-scheinlich spiralförmig angestiegen sein, denn nur so konnte er als Unterbau der Statuedienen (Abb. 59). Um das Grabmal legte Augustus einen schönen Park mit reizendenSpaziergängen an. Die Stätte, wo die Leiche verbrannt wurde, war eine künstliche Er-höhung, gleichfalls von weißem Marmor umgeben und von einem Eisengitter abgeschlos-sen. Alles aber wurde zu seinen Lebzeiten dem Volke als öffentlicher Park übergeben.