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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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3. KAP.

Gärten in Antiochia Daphne

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Zeit errichtete man Ehrengräber in den Gymnasien oder den Parkanlagen andereragonaler Plätze. Auch die Ehrenruhestätte der athenischen Krieger, der Kerameikos,den Kimon als Gräberweg vom Dipylon nach der Akademie führte, war mit Baum-reihen bepflanzt 91 . Wenn berichtet wird, daß Herodes im Stadion begraben liegt 95 , sokann man sein Grab nicht in der Rennbahn selbst suchen, sondern in den Parkanlagenauf dem Hügel, die zum Stadion gehörten, so daß man eben nur, wie in den Gym-nasien, das ganze Gebiet nach dem Spielplatz nannte, und in der Akademie zu Athenwurde dem Sophisten Philiskos ein Grabmal errichtet. Nicht sicher ist es, ob auchPlato im Gymnasium begraben lag, wahrscheinlicher, daß Diogenes Laertius mit derAkademie, in der das Grab des Plato sich befand, dessen eigenen Garten gemeinthat 96 . Seine Schüler, die dem großen Meister später auch Heroenehren erwiesen haben,werden das Grab ihrem Schulgarten bewahrt haben. Ganz sicher ist dies von dem GrabedesTheophrast, der, wie erwähnt, testamentarisch die Freunde bestimmt, eine geeigneteStelle in seinem Garten für sein Grab zu finden. So haben auch hierin die Philosophen inihren Gärten das Vorbild für die Familiengräber gegeben. Kein Wunder, daß in helle-nistischer Zeit die Reichen in ihren schönen Parks ein besonders gepflegtes Stück derBegräbnisstätte der Familie weihten oder die Gräber besonders mit einem Garten um-pflanzten. Später, allerdings erst im V. Jahrhundert n. Chr. nachweisbar, prägte man einbesonderes Wort für solche mit Gartenanlagen umgebene Gräber: Kepotaphion.

Mehr noch als Alexandria war Antiochia um seiner herrlichen Gärten willen berühmt.Die Stadt hatte eine wunderbare Lage; die Hauptstraße war eine große, fortlaufendePortikus, an die auf einer Seite Häuser stießen, auf der anderen Seite sich Gärten biszum Fuß des Berges erstreckten. Diese Gärten waren mit allerlei Gartenhäusern, Bädernund Fontänen geschmückt, die aber nicht den Berg hinauf gebaut waren,um denEindruck der Regelmäßigkeit nicht zu stören". Eine zweite Gartenstraße sendet ihreGärten bis zumOrontes herab. Vor dem westlichen Tor leitet der Weg wiederum durcheine wunderbare Gartenvorstadt, Herakleagenannt, weiter gelangt man durch Wein- undRosenpflanzungen bis zu dem y x \ % km südlich von Antiochia gelegenen, weltberühmtenLustpark Daphne, nachdemdieganzegroßeStadtdenBeinamenEpidaphne erhielt. Auchdieser war ursprünglich ein heiliger Hain, der in der Mitte den Temenos, das Asyl mitdem Tempel des Apollo und der Diana, umschloß 97 . Der große, schattige Park hatteeinen Umfang von 80 Stadien. Seine Quellen waren so überreich, wie sonst nirgends aufder Erde; die wundervollen Zypressen, 300 an der Zahl, waren der Tradition zufolgevon den ersten Seleukiden gepflanzt. Nicht genug können die späteren von der Schön-heit der Bäder, der Portikus, der Lusthäuser berichten. Die Menge fand vornehmeWirtshäuser, wo die Weinranken bis in die Zimmer wuchsen, in den schattigen Gängenatmeten sie den aromatischen Duft der Blumenbeete. Als der schönste Fleck derErde, der Garten der Venus oder der Grazien, wird Daphne gepriesen 98 . Syrienscheint überhaupt die Gartenkunst zu besonders hoher Blüte entwickelt zu haben.Noch Plinius rühmt von den syrischen Gärtnern, daß sie die geschicktesten seien.Neben Daphne war auch der Park von Batnae sehr bewundert; Kaiser Julian 99 besuchtihn und findet allerdings mehr einen prächtigen Obstgarten, in dessen Mitte Blumen-und Gemüsebeete liegen. Ringsumher sind dann andere Bäiime in schöner Ordnunggepflanzt; einen herrlichen Zypressenhain voll kräftiger Stämme hebt der Kaiser be-sonders hervor.